Mallorca glossary: terms and abbreviations from A to Z
New to Mallorca? You keep running into Spanish abbreviations and terms that no dictionary explains. Here are 120 of them in a nutshell, from the NIE to the Fianza to the Ecotasa, each with a note on when you need it. The definitions are written in German.
120 terms
A
Abogado
Money & Law
Ein Abogado ist ein Rechtsanwalt und in der Anwaltskammer eingetragen. Ihn brauchst du, wenn es um Verträge, Streit, Erbschaft oder Gericht geht. Die Gestoría erledigt Formulare, der Notar beurkundet, aber nur der Abogado vertritt deine Interessen. Beim Immobilienkauf ist ein unabhängiger Anwalt, den nicht der Makler empfohlen hat, gut investiertes Geld.
stands for: Àrea de Circulació Restringida i Estacionament Regulat
ACIRE sind die verkehrsberuhigten Zonen in Palmas Altstadt, in die nur Anwohner und Berechtigte einfahren dürfen. Die Einfahrten sind kameraüberwacht, das Kennzeichen wird automatisch erfasst. Wer ohne Genehmigung hineinfährt, bekommt Wochen später Post. Auch als Hotelgast brauchst du eine Anmeldung, sonst zahlst du.
AEMET ist der staatliche Wetterdienst und die einzige Stelle, die offizielle Unwetterwarnungen für Mallorca herausgibt. Die Stufen sind gelb, orange und rot, mit steigender Gefahr. Bei Orange und Rot schließen Schulen und Behörden regelmäßig. Verlass dich im Herbst auf die AEMET-App und nicht auf die Wetteranzeige deines Handys.
Die AJD ist die spanische Stempelsteuer auf notariell beurkundete und eintragungsfähige Dokumente. Beim Immobilienkauf trifft sie dich vor allem beim Neubau vom Bauträger, zusätzlich zur Mehrwertsteuer. Bei Hypotheken zahlt sie seit 2018 die Bank und nicht mehr der Kreditnehmer. Beim Kauf einer Bestandsimmobilie fällt statt der AJD die ITP an.
Die Langzeitmiete ist der Vertrag für deinen Hauptwohnsitz. Sie fällt unter den Schutz der LAU: lange Mindestlaufzeit, begrenzte Kaution, Kündigungsschutz. Auf Mallorca ist sie knapp, weil viele Eigentümer lieber saisonal oder an Touristen vermieten. Achte darauf, dass im Vertrag ausdrücklich vivienda habitual steht, sonst greift der Schutz nicht.
Die Saisonmiete ist ein befristeter Vertrag für einen vorübergehenden Zweck, etwa Arbeit oder Studium. Sie fällt nicht unter den Mieterschutz der Langzeitmiete: kürzere Laufzeit, weniger Rechte, oft höhere Preise. Auf Mallorca wird sie häufig angeboten, weil Vermieter im Sommer flexibel bleiben wollen. Wenn du dauerhaft bleibst, ist sie die falsche Vertragsart.
Alta de Suministros heißt An- oder Ummeldung der Versorger: Strom, Wasser und gegebenenfalls Gas. Nach dem Einzug schreibst du die Verträge auf deinen Namen um. Dafür brauchst du NIE, Kontodaten, den Mietvertrag oder die Escritura und oft die Cédula de Habitabilidad. Bezahlt wird per Lastschrift, alles andere ist unnötig kompliziert.
Die Apostille ist eine internationale Beglaubigung nach dem Haager Übereinkommen. Sie bestätigt, dass eine deutsche Urkunde echt ist, damit spanische Behörden sie akzeptieren. Gebraucht wird sie zum Beispiel für Geburts- und Heiratsurkunden oder das Führungszeugnis. Zuständig sind je nach Urkunde Landgericht, Regierungspräsidium oder Bundesverwaltungsamt. Besorg sie vor dem Umzug, aus Spanien heraus wird es umständlich.
Autónomo ist der spanische Selbstständige oder Freiberufler, die häufigste Rechtsform für Einzelunternehmer. Du meldest dich bei Hacienda steuerlich und bei der Seguridad Social sozialversicherungsrechtlich an, beides ist an einem Tag machbar. Danach zahlst du monatlich deine Cuota und meldest IVA und IRPF quartalsweise. Eine Mindesteinnahme gibt es nicht, die Cuota fällt trotzdem an.
Ein Aval Bancario ist eine Bankbürgschaft: Deine Bank garantiert dem Vermieter, dass sie im Ernstfall zahlt. Auf Mallorca wird sie bei Langzeitmieten oft zusätzlich zur Kaution verlangt, besonders wenn du noch keine spanische Gehaltsabrechnung vorweisen kannst. Die Bank blockiert dafür meist den Betrag auf deinem Konto und nimmt eine Gebühr.
Das Ayuntamiento ist das Rathaus deiner Gemeinde, auf Katalanisch Ajuntament. Zuständig ist es für Empadronamiento, Grundsteuer, Kfz-Steuer, Bauanträge, Müllgebühren und lokale Genehmigungen. In Palma heißt die Stadtverwaltung traditionell Cort. Welches Ayuntamiento für dich zuständig ist, hängt allein an deiner Wohnadresse, nicht daran, wo du arbeitest.
Bon Dia heißt Guten Tag auf Katalanisch und ist der Gruß, mit dem du auf Mallorca im Dorf, im Laden und beim Nachbarn richtig liegst. Nachmittags wird daraus Bona Tarda, abends Bona Nit. Es ist eine kleine Geste, aber sie zeigt, dass du die Insel nicht nur als Urlaubsziel siehst. Die Reaktion merkst du sofort.
Canje ist der Umtausch deines deutschen Führerscheins in einen spanischen. Der EU-Führerschein gilt zwar weiter, aber als Resident musst du ihn spätestens zwei Jahre nach der Anmeldung bei der DGT registrieren oder umtauschen. Der Antrag läuft über die DGT, mit Termin, Sehtest und Gebühr. Ohne Umtausch erreichen dich Bußgeldbescheide oft gar nicht.
Castellano ist das, was wir Hochspanisch nennen. Auf Mallorca ist es Amtssprache neben dem Katalanischen, und im Alltag verstehen dich alle damit. Behördenformulare gibt es in beiden Sprachen, auf Nachfrage bekommst du sie auf Castellano. Wer die Insel wirklich verstehen will, kommt am Katalanischen trotzdem nicht vorbei.
Català ist die zweite Amtssprache der Balearen, Mallorquí die hier gesprochene Variante mit eigenem Wortschatz und Artikeln wie es und sa. In Schule, Verwaltung und auf Ortsschildern dominiert Katalanisch, Kinder werden überwiegend darin unterrichtet. Behördenpost kommt oft nur in dieser Sprache, du kannst sie aber auf Castellano anfordern.
Der Catastro ist das Liegenschaftskataster: Er erfasst Lage, Fläche, Baujahr und Nutzung jeder Immobilie und ermittelt den Katasterwert. Auf dieser Basis berechnet die Gemeinde die Grundsteuer. Jede Immobilie hat eine eindeutige Referencia Catastral, die du auf dem IBI-Bescheid findest. Sie brauchst du für Verträge, Versorger-Anmeldungen und Steuerformulare.
Die Cédula bescheinigt, dass eine Wohnung oder ein Haus bewohnbar ist und den Mindeststandards entspricht. Auf den Balearen brauchst du sie beim Verkauf, bei der Vermietung und für die Anmeldung von Strom und Wasser. Sie ist befristet und muss danach erneuert werden. Fehlt sie, wird es beim Notartermin oder beim Versorger unangenehm.
Das Centro de Salud ist dein Gesundheitszentrum im Viertel und die erste Anlaufstelle im öffentlichen System. Welches für dich zuständig ist, entscheidet deine Meldeadresse. Dort sitzen Hausarzt, Kinderarzt, Pflege und oft Physiotherapie. Termine buchst du telefonisch oder über die App. Zum Facharzt kommst du nur über die Überweisung von hier.
stands for: Certificado de Registro de Ciudadano de la Unión
Wenn du als EU-Bürger länger als drei Monate in Spanien lebst, musst du dich ins Ausländerregister eintragen lassen. Du bekommst dafür eine kleine grüne Bescheinigung, die alle nur die grüne Karte nennen. Sie ist kein Ausweis, sondern der Nachweis, dass du hier registriert bist. Zusammen mit deinem Personalausweis brauchst du sie bei Behörden, Arbeitgebern und Banken.
Das Certificado Digital ist ein digitales Zertifikat, das du im Browser installierst und mit dem du dich bei spanischen Behörden online ausweist. Damit erledigst du Steuererklärungen, Bescheinigungen und Anträge vom Sofa aus und sparst dir viele Cita Previas. Beantragt wird es über die Fábrica Nacional de Moneda y Timbre, einmal musst du dich persönlich identifizieren.
Ein Chiringuito ist eine Strandbar, oft leicht gebaut und nur in der Saison offen. Vom schlichten Kiosk mit Bier und Bocadillo bis zum Beach Club ist alles dabei. Sie stehen auf öffentlichem Küstengebiet und brauchen eine befristete Konzession, deshalb wechseln Betreiber und Angebot manchmal von Jahr zu Jahr.
Cita Previa heißt Vorabtermin. Bei fast allen spanischen Behörden kommst du ohne einen solchen Termin gar nicht erst durch die Tür. Gebucht wird online oder telefonisch, je nach Amt. Auf Mallorca sind die Termine für NIE, Extranjería und Hacienda oft wochenlang ausgebucht. Es lohnt sich, früh morgens zu schauen, wenn neue Slots freigeschaltet werden.
Cl@ve ist das staatliche Login-System für Online-Behördengänge und die Alternative zum Certificado Digital. Es gibt Cl@ve PIN für einmalige Zugänge per App oder SMS und Cl@ve Permanente mit festem Passwort. Registrieren kannst du dich online mit Einladungscode oder persönlich bei einer Registrierungsstelle. Praktisch, wenn du kein Zertifikat auf dem Rechner installieren willst.
Die Comunidad de Propietarios ist die Eigentümergemeinschaft eines Hauses oder einer Anlage. Sie kümmert sich um Treppenhaus, Pool, Garten und Fassade und beschließt auf der jährlichen Versammlung über Ausgaben. Dafür zahlst du monatlich Gastos de Comunidad. Frag vor dem Kauf nach Protokollen und offenen Sonderumlagen, die übernimmst du sonst mit.
Der Consell de Mallorca ist der Inselrat, die Verwaltungsebene zwischen Gemeinde und Balearen-Regierung. Zuständig ist er unter anderem für Landstraßen, Raumordnung, Müll, Soziales und Kultur auf Mallorca. Wenn es um Bauen im ländlichen Raum oder um Ferienvermietungslizenzen geht, landest du oft hier und nicht beim Rathaus.
Der Contrato de Arras ist der Vorvertrag beim Immobilienkauf, meist mit rund zehn Prozent Anzahlung. In der üblichen Variante arras penitenciales gilt: Springst du ab, ist die Anzahlung weg, springt der Verkäufer ab, muss er den doppelten Betrag zurückzahlen. Lass den Vertrag vorher prüfen, er bindet dich bereits.
Der Convenio Colectivo ist der Tarifvertrag deiner Branche, oft zusätzlich für die Balearen ausgehandelt. Er regelt Mindestlohn, Arbeitszeit, Urlaub, Zuschläge und Kündigungsfristen und gilt auch dann, wenn dein Arbeitsvertrag schweigt oder Schlechteres vorsieht. Gerade in Gastronomie und Hotellerie lohnt der Blick hinein: Viele Ansprüche stehen nur dort.
Das Convenio Especial ist der freiwillige Beitritt zum öffentlichen Gesundheitssystem gegen einen monatlichen Beitrag. Gedacht ist es für Leute, die weder angestellt noch Autónomo noch über eine Rente abgesichert sind. Voraussetzung ist meist ein Jahr Padrón. Der Beitrag ist nach Alter gestaffelt, Medikamente sind nicht bezuschusst. Beantragt wird es beim IB-Salut.
Correos ist die staatliche spanische Post, erkennbar an Gelb. Sie liefert Briefe und Pakete, nimmt Behördenzahlungen an und bietet Abholstationen. Auf Mallorca kommt Post in ländlichen Gegenden oft nur an einen Briefkasten an der Straße und nicht bis zur Finca. Ein Apartado de Correos, also ein Postfach, ist dort verbreitet.
Die Cuota ist der monatliche Sozialversicherungsbeitrag der Selbstständigen. Seit 2023 richtet sie sich nach deinem geschätzten Nettoeinkommen und wird in Stufen berechnet, am Jahresende gleicht die Seguridad Social ab. Sie deckt Kranken- und Rentenversicherung. Anders als in Deutschland zahlst du sie auch in Monaten ohne Umsatz. Die aktuellen Stufen stehen bei der Seguridad Social.
Eine DANA, früher Gota Fría genannt, ist ein Höhentief, das im Herbst über dem warmen Mittelmeer heftige Gewitter und Starkregen auslöst. In wenigen Stunden fällt dann der Monatsniederschlag, Torrents füllen sich schlagartig. Nimm die Warnstufen der AEMET ernst, meide Sturzbachbetten und Untergeschosse und fahr nicht durch überflutete Straßen.
Das DBA zwischen Deutschland und Spanien regelt, welcher Staat welche Einkünfte besteuern darf, damit du nicht doppelt zahlst. Renten, Mieten, Kapitalerträge und Beamtenbezüge werden dabei unterschiedlich behandelt. Es befreit dich nicht automatisch: Oft wird die im anderen Land gezahlte Steuer nur angerechnet, und melden musst du die Einkünfte trotzdem.
Die Declaración de la Renta ist die jährliche Einkommensteuererklärung. Die Kampagne läuft üblicherweise von April bis Ende Juni für das Vorjahr. Hacienda stellt dir online einen Entwurf bereit, den du prüfen, korrigieren und bestätigen musst. Verlass dich nicht blind darauf: Auslandseinkünfte und Abzüge fehlen dort regelmäßig.
Residenten der Balearen bekommen 75 Prozent Rabatt auf Flüge und Fähren zwischen Insel und spanischem Festland. Nachgewiesen wird der Status über das Empadronamiento, viele Airlines prüfen ihn automatisch über eine Behördenschnittstelle. Du musst beim Buchen den Residentenstatus angeben, sonst zahlst du den vollen Preis und bekommst nichts zurück.
Die DGT ist die spanische Verkehrsbehörde. Sie führt das Fahrzeugregister, gibt Führerscheine aus, verwaltet das Punktesystem und verschickt Bußgelder. Für Mallorca sitzt die zuständige Stelle in Palma. Viele Vorgänge wie Halterwechsel oder Adressänderung erledigst du online über die Sede Electrónica, oder du gibst sie an eine Gestoría ab.
Der DNI ist der spanische Personalausweis und wird nur an spanische Staatsbürger ausgegeben. Als Deutscher bekommst du ihn nicht, du brauchst ihn auch nicht. Dein Gegenstück ist die NIE-Nummer, dazu dein deutscher Personalausweis oder Reisepass. Wenn ein Formular nach dem DNI fragt, trägst du in der Regel schlicht deine NIE ein.
Die Domiciliación ist das spanische Lastschriftverfahren und der Standard für alles Wiederkehrende: Grundsteuer, Kfz-Steuer, Strom, Wasser, Telefon, Comunidad. Viele Gemeinden geben sogar Rabatt, wenn du sie einrichtest. Ohne Lastschrift läufst du schnell in Mahngebühren, weil Bescheide auf Papier auf Mallorca gerne mal spät oder gar nicht ankommen.
stands for: Impuesto sobre Estancias Turísticas en les Illes Balears
Die Ecotasa ist die Touristensteuer der Balearen, fällig pro Person und Übernachtung in Hotels, Ferienwohnungen, auf Campingplätzen und Kreuzfahrtschiffen. Die Höhe hängt von Unterkunftskategorie und Saison ab, ab dem neunten Tag gibt es einen Abschlag. Kinder unter 16 sind befreit. Die Einnahmen fließen in Umwelt- und Kulturprojekte auf den Inseln.
Die EKVK auf der Rückseite deiner deutschen Versichertenkarte deckt medizinisch notwendige Behandlungen während eines vorübergehenden Aufenthalts. Für Urlaub reicht sie. Sobald du auf Mallorca lebst und gemeldet bist, ist sie nicht mehr die richtige Grundlage: Dann brauchst du eine spanische Absicherung oder eine private Krankenversicherung. Verlass dich nicht dauerhaft auf sie.
Das Empadronamiento ist deine Anmeldung im Einwohnerregister der Gemeinde, vergleichbar mit der deutschen Meldebescheinigung. Der Eintrag selbst heißt Padrón. Du brauchst ihn für die grüne Bescheinigung, die Gesundheitskarte, den Residentenrabatt auf Flüge und den Kita-Platz. Termin gibt es beim Rathaus, mitbringen musst du Ausweis und einen Nachweis über deine Wohnung.
stands for: Empresa Municipal de Transports Urbans de Palma
Die EMT betreibt die Stadtbusse in Palma, also die Linien im Stadtgebiet und zum Flughafen. Bezahlt wird kontaktlos mit Karte, per App oder mit der Tarjeta Ciutadana, die Residenten mit Padrón deutlich günstigere Fahrten bringt. Barzahlung beim Fahrer ist möglich, aber am teuersten.
Die Ensaimada ist das mallorquinische Hefegebäck in Spiralform, klassisch mit Schweineschmalz gebacken und mit Puderzucker bestäubt. Es gibt sie pur oder gefüllt, etwa mit Cabello de Ángel aus Fadenkürbis. Verkauft wird sie in der typischen achteckigen Pappschachtel und ist damit das Mitbringsel schlechthin, wenn du aufs Festland oder nach Deutschland fliegst.
Die EOI ist die staatliche Sprachschule. Auf Mallorca gibt es Standorte in Palma, Inca, Manacor und Calvià. Die Kurse führen zu offiziellen Abschlüssen nach dem europäischen Referenzrahmen und kosten pro Semester nur einen Bruchteil privater Schulen. Genau deshalb sind die Plätze begehrt: Die Anmeldung läuft im Sommer und ist schnell voll.
Die Escritura ist die notarielle Kaufurkunde deiner Immobilie und dein Eigentumsnachweis. Unterschrieben wird sie beim Notar, danach wird sie ins Grundbuch eingetragen. Achte darauf, dass der beurkundete Kaufpreis dem tatsächlichen entspricht: Ein zu niedrig angesetzter Wert bringt dir später Ärger mit dem Finanzamt und bei der Wertzuwachssteuer.
Die ETV ist die Lizenz, die du auf den Balearen brauchst, um an Touristen zu vermieten. Ohne sie ist die Vermietung illegal, und die Bußgelder gehen in die Zehntausende. Die Lizenzen sind gedeckelt und werden über ein Plätzesystem gehandelt. Wohnungen in Mehrfamilienhäusern dürfen auf Mallorca meist gar nicht touristisch vermietet werden.
Die Factura ist die spanische Rechnung mit Pflichtangaben: fortlaufende Nummer, Datum, Name und NIF von dir und dem Kunden, Leistung, Nettobetrag, IVA und gegebenenfalls der IRPF-Einbehalt. Ein Kassenbon, das Ticket, ist keine Factura und hilft dir beim Absetzen nicht. Wenn du geschäftlich einkaufst, frag immer direkt nach einer Factura.
Die Farmacia de Guardia ist die Apotheke, die nachts und an Feiertagen Dienst hat. Welche gerade offen ist, steht am Aushang jeder geschlossenen Apotheke und online beim balearischen Apothekerverband. In Palma gibt es zusätzlich Apotheken mit durchgehender Öffnung. Nachts wird oft nur durch ein Fenster bedient.
Die Ferretería ist der Eisenwarenladen und die erste Adresse für alles, was im Haus kaputtgeht: Schrauben, Schlüssel, Werkzeug, Gasflaschen, Poolchemie. Anders als im Baumarkt fragst du am Tresen und bekommst Beratung, oft auch den Tipp, welcher Handwerker im Ort taugt. Kleine Ferreterías halten Siesta, geh also vormittags hin.
Festivos sind gesetzliche Feiertage. Auf Mallorca gelten drei Ebenen: nationale Feiertage, balearische wie die Diada am 1. März, und zwei lokale pro Gemeinde, etwa Sant Sebastià in Palma. An Feiertagen haben die meisten Läden und Behörden zu. Den amtlichen Kalender veröffentlicht die Balearen-Regierung jedes Jahr im Herbst.
Die Fianza ist die Mietkaution. Bei Wohnraum schreibt das Mietgesetz eine Monatsmiete vor, bei Gewerbe zwei. Der Vermieter muss sie auf den Balearen bei der zuständigen Stelle hinterlegen und darf sie nicht einfach behalten. Zusätzliche Sicherheiten wie eine Bankbürgschaft sind erlaubt und auf Mallorca verbreitet. Lass dir die Hinterlegung bestätigen.
Die Ficha Técnica ist das technische Datenblatt deines Fahrzeugs, vergleichbar mit dem deutschen Fahrzeugbrief. Sie listet Maße, Gewicht, Motor und zugelassene Reifengrößen und wird bei jeder ITV abgestempelt. Umbauten wie Anhängerkupplung oder andere Räder müssen dort eingetragen sein, sonst fällst du bei der Prüfung durch.
Juristisch ist eine Finca schlicht ein Grundstück, egal ob bebaut oder nicht. Im Alltag auf Mallorca meint damit aber jeder ein Landhaus im ländlichen Raum. Wichtig beim Kauf: Auf rústico-Grundstücken gelten strenge Bauregeln, nicht jede Finca wurde legal erweitert, und Ferienvermietung ist nur mit Lizenz erlaubt. Prüf Grundbuch und Kataster genau.
Das Finiquito ist die Endabrechnung, wenn ein Arbeitsverhältnis endet: Restlohn, nicht genommener Urlaub, anteilige Sonderzahlungen. Unterschreibst du es, quittierst du damit oft auch, dass alle Ansprüche erledigt sind. Das ist nicht dasselbe wie eine Abfindung. Lies es in Ruhe, du darfst no conforme dazuschreiben und trotzdem unterschreiben.
Eine Fira ist ein Dorfmarkt oder Themenfest, das ganze Gemeinden auf die Beine stellen. Fast jeder Ort hat seine eigene, oft rund um ein Produkt: Melonen in Vilafranca, Wein in Binissalem, Keramik in Marratxí. Die größte ist die Dijous Bo in Inca im November. Der Inselkalender ist voll davon, Eintritt kostet fast nie etwas.
Eine Gestoría ist ein typisch spanisches Dienstleistungsbüro, das Behördenpapierkram für dich erledigt: Kfz-Ummeldung, Steueranmeldungen, Autónomo-Anmeldung, Formulare aller Art. Sie ist weder Anwalt noch Steuerberater, sondern ein pragmatischer Verwaltungsdienstleister. Für Standardvorgänge spart sie dir viel Zeit und Nerven. Bei rechtlichen Streitfragen brauchst du trotzdem einen Abogado.
Der Govern ist die Regierung der Autonomen Gemeinschaft der Balearen mit Sitz in Palma. Er verantwortet Gesundheit, Bildung, Tourismus und Steuern, soweit sie regional geregelt sind. Deshalb unterscheiden sich Erbschaftsteuer, Vermögensteuer und Mietregeln hier von anderen Regionen Spaniens. Viele Onlinedienste laufen über das Portal der CAIB.
stands for: Agencia Estatal de Administración Tributaria
Hacienda ist der Alltagsname für das spanische Finanzamt, offiziell AEAT. Sie zieht Einkommensteuer, Mehrwertsteuer und Nichtresidentensteuer ein und betreibt das Portal, über das fast alles digital läuft. Mit Certificado Digital oder Cl@ve reichst du Erklärungen selbst ein. Bei allem, was über den Standardfall hinausgeht, lohnt eine Gestoría oder ein Steuerberater.
IB-Salut ist der öffentliche Gesundheitsdienst der Balearen. Er betreibt die Gesundheitszentren, die Bereitschaftsdienste und die Krankenhäuser der Insel, darunter Son Espases in Palma. Hier beantragst du die Gesundheitskarte, hier wird dir dein Hausarzt zugeteilt. Über Website und App buchst du Termine und siehst deine Rezepte.
Die IBI ist die jährliche Grundsteuer, die deine Gemeinde auf Basis des Katasterwerts erhebt. Zahlen muss sie der Eigentümer, nicht der Mieter. Die meisten Gemeinden auf Mallorca haben ein festes Zahlungsfenster im Jahr und geben eine Ermäßigung bei Lastschrift. Richte am besten eine Domiciliación ein, sonst läufst du in Mahngebühren.
Die Zulassungssteuer fällt einmalig an, wenn du ein Fahrzeug erstmals in Spanien anmeldest, also auch beim Import aus Deutschland. Wie hoch sie ist, hängt vom CO2-Ausstoß und vom Zeitwert ab: saubere Autos zahlen nichts, Verbrenner mit hohem Ausstoß deutlich mehr. Wer seinen Wohnsitz verlegt, kann sich unter Bedingungen befreien lassen.
Die Vermögensteuer wird jährlich auf dein Nettovermögen erhoben und ist regional geregelt. Auf den Balearen gibt es einen allgemeinen Freibetrag, dazu einen zusätzlichen für die selbst genutzte Wohnung. Nichtresidenten zahlen nur auf ihr spanisches Vermögen. Da Freibeträge und Sätze politisch in Bewegung sind, prüf die aktuellen Werte bei der Agència Tributària de les Illes Balears.
stands for: Impuesto sobre la Renta de no Residentes
Die IRNR trifft dich, wenn du in Spanien Einkünfte hast, aber nicht steuerlich ansässig bist. Der Klassiker: Du besitzt eine Immobilie auf Mallorca und nutzt sie selbst. Dann versteuerst du einen fiktiven Nutzungswert, jährlich über das Modelo 210. Vermietest du, meldest du die Mieteinnahmen. Viele Eigentümer wissen davon nichts und bekommen später Post.
stands for: Impuesto sobre la Renta de las Personas Físicas
Die IRPF ist die spanische Einkommensteuer für Steuerresidenten. Sie ist progressiv und setzt sich aus einem staatlichen und einem regionalen Teil zusammen, weshalb die Sätze auf den Balearen leicht von anderen Regionen abweichen. Wer hier steuerlich ansässig ist, versteuert sein weltweites Einkommen. Kapitalerträge laufen in einem eigenen, flacheren Tarif.
stands for: Impuesto sobre Sucesiones y Donaciones
Die ISD ist die Erbschaft- und Schenkungsteuer und wird von den Regionen geregelt. Die Balearen haben sie für nahe Verwandte stark ermäßigt: Für Kinder, Enkel, Eltern und Ehepartner fällt beim Erben seit 2023 praktisch keine Steuer mehr an. Für entferntere Verwandte und Nichtverwandte gilt das nicht. Die Frist zur Erklärung ist knapp.
stands for: Impuesto sobre Transmisiones Patrimoniales
Die ITP ist die spanische Grunderwerbsteuer und fällt beim Kauf einer Bestandsimmobilie an, gezahlt vom Käufer. Auf den Balearen ist der Satz nach Kaufpreis gestaffelt und steigt bei teuren Objekten deutlich an. Bei Neubau vom Bauträger zahlst du stattdessen IVA plus AJD. Die aktuellen Stufen findest du bei der Agència Tributària de les Illes Balears.
Die ITV ist die spanische Hauptuntersuchung, das Gegenstück zum TÜV. Neuwagen müssen erstmals nach vier Jahren, danach alle zwei Jahre, ab zehn Jahren jährlich. Auf Mallorca buchst du den Termin online bei den Prüfstellen der Insel, die Plakette klebt an der Windschutzscheibe. Fährst du mit abgelaufener ITV, drohen Bußgeld und Ärger mit der Versicherung.
Die IVA ist die spanische Mehrwertsteuer. Der Regelsatz liegt bei 21 Prozent, ermäßigt sind 10 Prozent, etwa in der Gastronomie, und 4 Prozent für Grundnahrungsmittel und Bücher. Als Autónomo weist du sie auf deinen Rechnungen aus und meldest sie quartalsweise an Hacienda. Auf den Kanaren gilt sie nicht, auf den Balearen schon.
stands for: Impuesto sobre Vehículos de Tracción Mecánica
Die IVTM ist die jährliche Kfz-Steuer, die deine Gemeinde erhebt, im Alltag Sello genannt. Die Höhe richtet sich nach der Fiskal-PS-Einstufung und variiert je nach Ayuntamiento spürbar. Zahlbar ist sie meist per Lastschrift in einem festen Fenster. Ohne bezahlte IVTM verweigert die DGT dir den Halterwechsel beim Verkauf.
Die LAU ist das spanische Mietgesetz. Sie regelt Mindestlaufzeiten, Verlängerung, Kaution und Kündigung. Bei Wohnraum als Hauptwohnsitz kannst du als Mieter in der Regel fünf Jahre bleiben, wenn der Vermieter eine Privatperson ist. Für Saison- und Ferienmieten gelten diese Schutzregeln nicht, deshalb ist die Vertragsart so wichtig.
stands for: Régimen especial para trabajadores desplazados a territorio español
Die Ley Beckham ist ein Sonderregime für Leute, die für einen Job nach Spanien ziehen. Statt progressiv wirst du pauschal mit 24 Prozent auf deine spanischen Einkünfte besteuert, bis zu einer Grenze von 600.000 EUR. Ausländische Einkünfte bleiben weitgehend außen vor. Der Antrag hat eine kurze Frist nach Anmeldung und harte Voraussetzungen.
Das Libro de Familia war das spanische Familienbuch, in dem Heirat und Kinder eingetragen wurden. Seit der Reform des Registro Civil werden keine neuen Bücher mehr ausgegeben, stattdessen gibt es digitale Auszüge aus dem Personenstandsregister. Ein altes Buch bleibt gültig. Für Kita, Schule oder Beihilfen verlangen Stellen heute meist den aktuellen Registerauszug.
Matriculación ist die Zulassung deines Fahrzeugs auf ein spanisches Kennzeichen. Bringst du dein Auto aus Deutschland mit, musst du es nach der Wohnsitzverlegung ummelden. Dazu gehören die technische Abnahme bei der ITV, die Zulassungssteuer, die kommunale Kfz-Steuer und die Eintragung bei der DGT. Der Weg ist zäh, viele geben ihn an eine Gestoría ab.
Der Médico de Cabecera ist dein Hausarzt im öffentlichen System, zugeteilt nach Wohnadresse. Er ist der Dreh- und Angelpunkt: Überweisungen zum Facharzt, Rezepte und Krankschreibungen laufen alle über ihn. Wechseln kannst du innerhalb deines Zentrums auf Antrag. Wenn du dringend etwas brauchst, frag nach einer cita de urgencia am selben Tag.
Das Menú del Día ist das Mittagsmenü, das viele Restaurants werktags anbieten: Vorspeise, Hauptgang, Nachtisch oder Kaffee, Brot und Getränk inklusive. Es ist deutlich günstiger als à la carte und das beste Preis-Leistungs-Verhältnis, das die Insel zu bieten hat. Serviert wird meist zwischen 13 und 16 Uhr, abseits der Touristenmeilen.
Mercat ist katalanisch für Markt. Jeder Ort auf Mallorca hat seinen Wochenmarkttag, der Klassiker ist der Mittwochsmarkt in Sineu. Dazu kommen die festen Markthallen in Palma, etwa Santa Catalina, Olivar und Pere Garau, mit Fisch, Fleisch, Obst und Tapas-Ständen. Geh vormittags hin: Am frühen Nachmittag ist überall Schluss.
Mit dem Modelo 036 oder dem kürzeren 037 meldest du deine Selbstständigkeit steuerlich bei Hacienda an. Du gibst dabei deine Tätigkeit über den Epígrafe-Code an und legst fest, welche Steuern du künftig meldest. Das 037 reicht für einfache Fälle. Änderst du Tätigkeit oder Adresse, reichst du das Formular erneut ein.
Das Modelo 720 ist die Meldung deines Auslandsvermögens an Hacienda. Meldepflichtig bist du, wenn Konten, Wertpapiere oder Immobilien im Ausland in einer der drei Kategorien zusammen über 50.000 EUR liegen. Gemeldet wird einmal und danach nur bei größeren Veränderungen. Die früher drakonischen Strafen hat der EuGH gekippt, die Pflicht selbst bleibt.
Das Modelo 790 mit dem Código 012 ist das Gebührenformular für Vorgänge bei der Ausländerbehörde, also NIE, TIE und die grüne EU-Bescheinigung. Du füllst es online auf der Seite der Policía Nacional aus, druckst es aus und zahlst bei einer Bank. Den abgestempelten Beleg bringst du zum Termin mit, sonst wird nichts bearbeitet.
Die NIE ist deine spanische Identifikations- und Steuernummer als Ausländer. Ohne sie geht auf Mallorca fast nichts: kein Bankkonto, kein Arbeitsvertrag, kein Autokauf, keine Immobilie. Du beantragst sie bei der Ausländerbehörde in Palma oder über ein spanisches Konsulat in Deutschland. Die Nummer bekommst du einmal und sie bleibt lebenslang gleich, auch wenn du zwischendurch wieder wegziehst.
Der NIF ist die spanische Steuernummer. Bei Ausländern ist er identisch mit der NIE-Nummer, du bekommst also keine zweite Nummer. Spanier nutzen ihre DNI-Nummer als NIF, Firmen haben einen eigenen. Wenn ein Steuerformular oder eine Rechnung nach dem NIF fragt, trägst du schlicht deine NIE ein.
Die Nómina ist deine spanische Gehaltsabrechnung. Sie zeigt Bruttolohn, Sozialversicherungsabzüge und den IRPF-Einbehalt. Im Alltag ist sie mehr als ein Zettel: Vermieter, Banken und Leasinggeber verlangen meist die letzten drei, um deine Zahlungsfähigkeit zu prüfen. Wer neu auf der Insel ist und noch keine hat, braucht oft eine Bürgschaft.
Die Nota Simple ist ein einfacher Grundbuchauszug. Sie zeigt, wem die Immobilie gehört, wie groß sie eingetragen ist und welche Lasten darauf liegen: Hypotheken, Pfändungen, Wegerechte. Vor jedem Kauf und auch vor einem Langzeitmietvertrag lohnt sich der Blick hinein. Du bekommst sie günstig online beim Registro de la Propiedad.
Der Notario beurkundet in Spanien Immobilienkäufe, Vollmachten, Testamente und Firmengründungen. Anders als in Deutschland prüft er nicht umfassend deine Interessen, sondern bestätigt vor allem Identität und Rechtsform des Geschäfts. Verlass dich beim Immobilienkauf deshalb nicht allein auf ihn, sondern lass Vertrag und Grundbuch vorher von einem eigenen Anwalt prüfen.
Die NUSS ist deine Sozialversicherungsnummer. Ohne sie kannst du in Spanien nicht angemeldet arbeiten und dich nicht als Autónomo eintragen. Du beantragst sie einmalig bei der Seguridad Social, online mit Zertifikat oder mit Termin vor Ort. Sie ist nicht dasselbe wie die NIE und bleibt dein Leben lang gleich.
Die Oficina de Extranjería ist die Ausländerbehörde. Für ganz Mallorca ist die Stelle in Palma zuständig. Hier laufen NIE-Anträge, die TIE für Nicht-EU-Bürger, die grüne EU-Bescheinigung und alle Fragen rund um Aufenthaltstitel. Ohne Cita Previa läuft nichts, und die Gebühr zahlst du vorab mit dem Formular Modelo 790.
Okupas sind Menschen, die eine leerstehende Immobilie unerlaubt bewohnen. Die Räumung kann sich in Spanien über Monate ziehen, vor allem wenn Kinder oder soziale Notlagen im Spiel sind. Deshalb sind lange leerstehende Ferienhäuser ein Risiko. Alarmanlage, aufmerksame Nachbarn oder eine Hausverwaltung, die regelmäßig vorbeischaut, helfen mehr als jede nachträgliche Klage.
Pa amb Oli ist das mallorquinische Nationalgericht: geröstetes Bauernbrot, mit Tomate eingerieben, dazu Olivenöl, Salz und Belag wie Schinken, Käse oder Sobrassada. Klingt simpel, ist es auch, und genau deshalb schmeckt es. Ganze Lokale, die Pa amb Oli Bars, leben davon. Gutes Öl und die richtige Tomate machen den Unterschied.
Der PAC ist der Bereitschaftsdienst der Gesundheitszentren außerhalb der normalen Sprechzeiten, also abends, nachts und am Wochenende. Für alles, was nicht bis morgen warten kann, aber kein echter Notfall ist, gehst du dorthin statt in die Notaufnahme. Welcher PAC zuständig ist, steht auf der Seite von IB-Salut. Bei Notfällen wählst du 112.
Paro ist der Alltagsname für das Arbeitslosengeld. Anspruch hast du, wenn du in den letzten sechs Jahren mindestens 360 Tage Beiträge gezahlt hast und unfreiwillig arbeitslos wirst. Die Dauer richtet sich nach den Beitragszeiten. Wichtig auf Mallorca: Nach der Saison ist das der Normalfall. Melde dich sofort, die Frist beträgt 15 Werktage.
Das Permiso de Circulación ist der spanische Fahrzeugschein. Darauf stehen Halter, Kennzeichen und die wichtigsten Fahrzeugdaten. Zusammen mit der Ficha Técnica und dem Versicherungsnachweis gehört es ins Auto. Bei einer Kontrolle wollen Guardia Civil oder Policía Local genau diese Papiere sehen.
Die Plusvalía Municipal ist eine Steuer der Gemeinde auf den Wertzuwachs des Grundstücks zwischen Kauf und Verkauf. Zahlen muss sie in der Regel der Verkäufer. Seit einem Urteil des Verfassungsgerichts darf sie nur erhoben werden, wenn tatsächlich ein Gewinn entstanden ist, und du kannst zwischen zwei Berechnungsmethoden wählen. Rechne beide durch.
Ein Puente ist ein Brückentag: Fällt ein Feiertag auf Dienstag oder Donnerstag, nehmen viele den Tag dazwischen frei und machen ein langes Wochenende. Wird ein ganzer Block daraus, heißt es Acueducto. Praktisch heißt das: volle Flüge, ausgebuchte Restaurants und geschlossene Behörden. Plan Amtstermine nicht um solche Wochenenden herum.
Rebajas sind die spanischen Schlussverkäufe. Sie starten traditionell nach Reyes im Januar und Anfang Juli und laufen jeweils einige Wochen, mit steigenden Rabatten zum Ende hin. Die Zeiten sind längst nicht mehr staatlich geregelt, viele Ketten fangen früher an. In Palma sind Passeig del Born und Jaume III die Klassiker.
Die Receta Electrónica ist das spanische E-Rezept. Dein Arzt hinterlegt die Verordnung digital, du gehst mit der Gesundheitskarte in eine beliebige Apotheke und bekommst dein Medikament. Ein Papierrezept brauchst du nicht. Dauermedikation wird für längere Zeiträume freigegeben, sodass du nicht für jede Packung neu zum Arzt musst.
Das Registro Civil ist das spanische Standesamt. Hier werden Geburten, Eheschließungen, Sterbefälle und Namensänderungen eingetragen. Wenn du auf Mallorca heiratest oder dein Kind hier zur Welt kommt, läuft die Beurkundung über diese Stelle. Deutsche Urkunden brauchen dafür meist eine Apostille und eine beeidigte Übersetzung.
Das Registro de la Propiedad ist das spanische Grundbuchamt. Es dokumentiert Eigentum und Lasten und schafft damit Rechtssicherheit. Nicht zu verwechseln mit dem Catastro, der die Immobilie technisch beschreibt und die Grundlage für die Grundsteuer bildet. Weichen beide voneinander ab, kann das beim Verkauf oder bei Umbauten zum Problem werden.
Residencia ist der Sammelbegriff für deinen Aufenthaltsstatus in Spanien: Du wohnst dauerhaft hier und bist entsprechend registriert. Verwechsle das nicht mit der steuerlichen Ansässigkeit, die sich allein danach richtet, wie viele Tage im Jahr du im Land bist und wo dein Lebensmittelpunkt liegt. Man kann melderechtlich Resident sein und trotzdem woanders Steuern zahlen.
Steuerlich ansässig bist du in Spanien, wenn du mehr als 183 Tage im Jahr hier bist, dein wirtschaftlicher Lebensmittelpunkt hier liegt oder Ehepartner und minderjährige Kinder hier leben. Dann versteuerst du dein weltweites Einkommen in Spanien. Der Status hängt nicht daran, ob du eine grüne Bescheinigung hast, sondern an den tatsächlichen Fakten.
stands for: Régimen Especial de Trabajadores Autónomos
Das RETA ist der Zweig der Seguridad Social, in dem Selbstständige versichert sind. Meldest du dich als Autónomo an, wirst du hier eingetragen, und daraus ergeben sich Krankenversicherung, Rentenanspruch und ein begrenzter Schutz bei Arbeitsunfähigkeit. Arbeitslosengeld gibt es nur über den Zusatz Cese de Actividad. Deine Beitragszeiten hier zählen für die Rente.
Die Sede Electrónica ist das offizielle Online-Portal einer Behörde, also die digitale Amtsstube. Jede Institution hat ihre eigene: Hacienda, Seguridad Social, DGT, dein Rathaus. Dort reichst du Anträge ein, lädst Bescheinigungen herunter und siehst den Stand deiner Vorgänge. Einloggen kannst du dich mit Certificado Digital oder mit Cl@ve.
Die Seguridad Social ist das spanische Sozialversicherungssystem: Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung in einem. Zugang bekommst du über eine Anstellung, als Autónomo oder über das Convenio Especial. Wer einzahlt, ist im öffentlichen Gesundheitssystem versichert und bekommt die Tarjeta Sanitaria. Deine Beitragszeiten aus Deutschland werden für die Rente angerechnet.
Das SEPE ist die staatliche Arbeitsverwaltung. Es zahlt das Arbeitslosengeld, verwaltet die Meldung als arbeitssuchend und bescheinigt Zeiten. Deine Beitragszeiten aus Deutschland kannst du über das Formular U1 anrechnen lassen. Anträge laufen online mit Zertifikat oder mit Termin. Für Jobvermittlung und Weiterbildung auf der Insel ist dagegen das SOIB zuständig.
Die Serra de Tramuntana ist der Gebirgszug im Nordwesten der Insel, seit 2011 UNESCO-Welterbe für seine Kulturlandschaft mit Trockensteinmauern und Terrassen. Sie prägt das Wetter: Der Norden bekommt deutlich mehr Regen, im Winter kann auf dem Puig Major Schnee liegen. Für Wanderer und Rennradfahrer ist sie der Hauptgrund herzukommen.
SFM ist die Inselbahn. Von Palma fahren Züge nach Inca und weiter nach Manacor und Sa Pobla, dazu die Metro zur Universität. Nicht verwechseln mit der historischen Holzbahn nach Sóller, die ein privates Unternehmen betreibt. Bezahlt wird mit der Tarjeta Intermodal, Residenten fahren damit spürbar günstiger.
Die Siesta ist die lange Mittagspause. In Palma und den Touristenorten hat inzwischen vieles durchgehend offen, aber in den Dörfern schließen kleine Läden, Werkstätten und Ferreterías oft von etwa 14 bis 17 Uhr. Auch Behörden arbeiten meist nur vormittags. Plan Einkäufe und Termine entsprechend, sonst stehst du vor verschlossenen Türen.
Die SL ist das spanische Gegenstück zur GmbH und die übliche Kapitalgesellschaft. Seit der Reform Crea y Crece von 2022 reicht theoretisch 1 EUR Stammkapital statt der früheren 3.000 EUR, allerdings mit Auflagen zur Rücklagenbildung. Gegründet wird sie beim Notar mit Eintrag ins Handelsregister. Für kleine Einzeltätigkeiten ist der Autónomo meist einfacher.
Sobremesa ist das ausgedehnte Sitzenbleiben nach dem Essen, wenn die Teller weg sind und geredet wird, oft eine Stunde und länger. Das ist keine Zeitverschwendung, sondern der eigentliche soziale Teil der Mahlzeit. Wer als Deutscher gleich nach dem Dessert die Rechnung verlangt, wirkt schnell abweisend. Warte die Runde Kaffee ab.
stands for: Servei d'Ocupació de les Illes Balears
Das SOIB ist das balearische Arbeitsamt. Es betreibt die regionale Jobbörse, vermittelt Stellen und bietet geförderte Weiterbildungen, oft kostenlos und auch Sprachkurse. Zuständig für die Zahlung des Arbeitslosengelds ist dagegen das staatliche SEPE. Wenn du auf der Insel Arbeit suchst, melde dich beim SOIB als demandante de empleo.
Die Tarifa Plana ist der ermäßigte Einstiegsbeitrag für neue Autónomos: In den ersten Monaten zahlst du eine stark reduzierte Pauschale statt der vollen Cuota, unter Bedingungen verlängerbar. Voraussetzung ist, dass du in den Jahren davor nicht als Autónomo gemeldet warst. Höhe und Dauer ändern sich politisch, prüf den aktuellen Stand bei der Seguridad Social.
Die Tarjeta Intermodal ist die Fahrkarte für TIB-Busse, Inselbahn und Metro. Du lädst Guthaben auf und zahlst pro Fahrt weniger als mit Einzelticket. Trägst du deinen Padrón-Nachweis ein, bekommst du den Residententarif, der viele Strecken sehr günstig macht. Beantragen kannst du sie online oder an den Bahnhöfen.
Die TSI ist deine Gesundheitskarte für das öffentliche System. Mit ihr bekommst du einen Hausarzt zugewiesen, löst E-Rezepte ein und wirst im Krankenhaus behandelt. Beantragt wird sie beim IB-Salut, dafür brauchst du Padrón, NIE und den Nachweis, dass du versichert bist. Auf Mallorca läuft vieles zusätzlich über die App.
Eine Tasa ist eine Verwaltungsgebühr für eine konkrete Amtsleistung, etwa die Ausstellung der NIE oder eines Führerscheins. Typisch spanisch: Du bekommst ein Formular, gehst damit zur Bank oder zahlst online, und legst den Zahlungsbeleg beim Termin vor. Ohne Beleg wird dein Antrag nicht bearbeitet. Die aktuelle Höhe steht immer auf dem jeweiligen Formular.
TIB ist das Überland-Busnetz der Balearen, auf Mallorca die roten Busse zwischen Palma und den Dörfern. Es gehört zum Verkehrsverbund der Inselregierung und ist mit Bahn und Metro über dieselbe Karte nutzbar. Fahrpläne stehen online. Achtung: An Wochenenden und außerhalb der Saison fahren viele Linien deutlich seltener.
Die TIE ist die physische Ausländerkarte im Scheckkartenformat, mit Foto und deiner NIE-Nummer darauf. Sie betrifft nur Nicht-EU-Bürger, auf Mallorca vor allem Briten nach dem Brexit sowie Drittstaatsangehörige. EU-Bürger bekommen stattdessen die grüne Bescheinigung. Beantragt wird die TIE bei der Oficina de Extranjería, du brauchst dafür einen Termin und gibst Fingerabdrücke ab.
Eine Traducción Jurada ist eine beeidigte Übersetzung, angefertigt von einem vom spanischen Außenministerium vereidigten Übersetzer. Nur diese Übersetzungen erkennen Behörden und Gerichte an, eine normale Übersetzung reicht nicht. Verlangt wird sie oft für Urkunden, Zeugnisse und Gerichtsdokumente. Abgerechnet wird meist pro Seite, plane also Zeit und Budget ein.
Urgencias ist die Notaufnahme im Krankenhaus. Sie ist für echte Notfälle da: Brustschmerz, schwere Verletzungen, Atemnot. Alles andere gehört zum Hausarzt oder in den PAC, sonst wartest du dort sehr lange. Bei lebensbedrohlichen Situationen rufst du 112. Die Nummer gilt in ganz Spanien und du kommst dort auch auf Deutsch weiter.
Verifactu ist das neue spanische Regelwerk für Rechnungssoftware: Programme müssen Rechnungen unveränderbar aufzeichnen, verketten und auf Wunsch direkt an Hacienda melden. Ziel ist, nachträgliche Manipulation zu verhindern. Die Pflicht greift gestaffelt ab 2026, für Unternehmen früher als für Autónomos. Wenn du Rechnungen schreibst, prüf rechtzeitig, ob dein Programm mitzieht.
Der Informe de Vida Laboral ist die Übersicht all deiner Beitragszeiten in der spanischen Sozialversicherung: welcher Arbeitgeber, welcher Zeitraum, welcher Versicherungszweig. Du lädst ihn kostenlos über die Seite oder die App der Seguridad Social herunter. Verlangt wird er häufig, etwa für Kredite, Förderungen, das Arbeitslosengeld oder den Nachweis von Vordienstzeiten.
Das Volante ist die einfache Meldebescheinigung, die dir das Rathaus meist sofort und oft online ausstellt. Für Alltagsdinge wie Bankkonto oder Kita-Anmeldung reicht es. Das Certificado de Empadronamiento ist die amtlich beglaubigte Variante, dauert länger und wird für förmliche Verfahren verlangt, etwa vor Gericht. Frag vorher nach, welche Version die Stelle tatsächlich braucht.
Die Zona ORA ist die bewirtschaftete Parkzone in Palma, erkennbar an den blauen Markierungen. Du ziehst ein Ticket am Automaten oder buchst per App, die Höchstparkdauer ist begrenzt. Anwohner bekommen mit Padrón-Nachweis einen günstigen Jahrestarif für ihr Viertel. Ohne gültiges Ticket kassierst du zuverlässig ein Knöllchen.