Mallorca

Apotheke auf Mallorca - Farmacia, Notdienst, Medikamente aus Deutschland

Aktualisiert: April 20267 Min. Lesezeit

Zusammenfassung

Wie das Apothekensystem in Spanien funktioniert, wie du Notdienste findest, welche deutschen Medikamente rezeptpflichtig sind und wie du sie legal einführst oder in Spanien nachkaufst.

Auf Mallorca findest du auf kurzem Weg eine Farmacia. Das grüne Kreuz leuchtet in fast jeder Strasse und die Versorgung ist hervorragend. Trotzdem stolpern Deutsche regelmässig über die kleinen Unterschiede: andere Markennamen, strikte Rezeptpflicht für manche Produkte, Öffnungszeiten mit Siesta und spezielle Regeln für die Einfuhr eigener Medikamente. Diese Anleitung erklärt dir, wie das Apothekensystem auf Mallorca funktioniert und worauf du achten solltest.

Apothekensystem in Spanien

Das spanische Apothekenwesen ist streng reguliert. Jede Farmacia gehört einem selbstständigen Apotheker (Farmacéutico) mit Staatsexamen, Ketten und Discounter-Modelle nach deutschem Muster sind verboten. Die Zahl der Apotheken pro Einwohner ist gesetzlich gedeckelt. In der Folge findest du praktisch überall eine gut erreichbare Apotheke, aber die Preise für rezeptpflichtige Medikamente sind bundesweit einheitlich.

Die Öffnungszeiten folgen dem mallorquinischen Rhythmus. Typisch ist montags bis freitags von 9 bis 13.30 Uhr und 17 bis 20.30 Uhr, samstags oft nur vormittags, sonntags geschlossen. In Palma, Playa de Palma und Arenal gibt es durchgehend geöffnete Apotheken (Farmacia 24 Horas), die du über die App CofibApp findest. Ausserhalb der Stadt musst du auf den Notdienst ausweichen.

Tipp: Wirkstoff statt Marke

Deutsche Medikamente heissen auf Mallorca meist anders. Statt nach "Aspirin" fragst du besser nach Acetilsalicílico, statt Ibuprofen funktioniert der Name gleich, statt Paracetamol sagst du Paracetamol. Lade dir vor dem Umzug eine Wirkstoff-Übersicht auf dein Handy, das erspart viele Missverständnisse.

Rezept und Rezeptpflicht

Die Rezeptpflicht ist in Spanien oft strenger als in Deutschland. Antibiotika, starke Schmerzmittel, Schlafmittel, viele Blutdruck-Medikamente und praktisch alles auf Rezept in Deutschland brauchen auch hier ein spanisches Rezept (Receta). Die Apotheke darf dir ein rezeptpflichtiges Medikament nur in echten Notfällen auch ohne Rezept geben, und selbst dann oft nur eine Packung.

Es gibt drei Arten von Rezepten:

  1. Receta electrónica ist das elektronische Rezept des spanischen Gesundheitssystems. Mit der Tarjeta Sanitaria hinterlegt dein Hausarzt die Verordnung direkt in der zentralen Datenbank. In der Apotheke scannt der Farmacéutico deine Karte und sieht sofort, was du bekommen sollst.
  2. Receta privada ist ein Papierrezept eines privat praktizierenden Arztes. Du zahlst den vollen Preis, ohne Ermässigung.
  3. E-Rezept aus dem EU-Ausland mit QR-Code ist seit 2024 prinzipiell einlösbar, aber in der Praxis kennen nicht alle Apothekerinnen und Apotheker das Verfahren. Erfolgsaussichten sind in grossen Apotheken in Palma deutlich höher.

Rezeptfreie Produkte (sin receta) wie leichte Schmerzmittel, Nasenspray, Magentabletten, Halspastillen, Vitamine und viele Naturheilmittel bekommst du direkt am Tresen. Die Beratung durch den Apotheker ist in Spanien sehr kompetent und wird aktiv erwartet. Nutze sie, denn eine gute Farmacia ist oft deine erste Anlaufstelle bei leichten Beschwerden.

Notdienst (Farmacia de Guardia)

Rund um die Uhr und am Wochenende gibt es überall auf Mallorca einen organisierten Notdienst. Das System ist kommunal organisiert und funktioniert zuverlässig. An jeder geschlossenen Apotheke findest du auf dem Schaufenster einen Aushang mit der nächstgelegenen Farmacia de Guardia.

Drei verlässliche Wege, die Notapotheke zu finden:

  1. Die App CofibApp der balearischen Apothekerkammer zeigt dir in Echtzeit die nächstgelegene diensthabende Apotheke, mit Karte und Telefon. Gratis im App Store und Google Play.
  2. Die Website farmaciasdeguardia.com funktioniert auch ohne App und ist sehr aktuell.
  3. In Palma ruft dich die Touristeninfo am Plaça d'Espanya ebenfalls gern zur richtigen Apotheke.

Achtung: Nachts klingeln statt reingehen

Viele Notdienst-Apotheken sind in der Nacht geschlossen und bedienen nur über eine Durchreiche oder nach Klingeln an einer Nebentür. Kündige deine Ankunft nach Möglichkeit per Telefon an und bring Kleingeld mit, weil spät abends manchmal keine Kartenzahlung möglich ist.

Deutsche Medikamente mitbringen

Für den persönlichen Bedarf darfst du Medikamente aus Deutschland legal nach Spanien einführen. Die Regel ist pragmatisch: Eine haushaltsübliche Menge für bis zu drei Monate Verbrauch ist erlaubt, sofern die Produkte in Deutschland legal verkauft werden.

Ein paar Dinge machen die Einreise am Flughafen stressfrei:

  • Pack die Medikamente in die Originalverpackung mit Beipackzettel. Lose Tabletten in einer Dose wecken Misstrauen.
  • Leg das Originalrezept oder eine ärztliche Bescheinigung auf Deutsch und Englisch bei. Für Dauermedikation genügt ein Arztschreiben.
  • Deklariere Betäubungsmittel (Opioide, starke Beruhigungsmittel, manche ADHS-Präparate) mit einer Schengen-Bescheinigung nach Artikel 75 SDÜ. Diese stellt dein deutscher Hausarzt aus, sie wird vom Gesundheitsamt beglaubigt.
  • Vermeide grössere Lagerbestände. Wer mit 10 Packungen Morphin ankommt, sitzt auch mit Bescheinigung schnell in einer langen Befragung.

Für die meisten Medikamente findest du nach kurzer Eingewöhnung eine spanische Alternative. Sprich deinen spanischen Hausarzt auf Dauermedikation an, er stellt dir eine Receta electrónica aus. Danach kaufst du bequem und günstig vor Ort.

Preise und Erstattung

Spanien legt Herstellerabgabepreise für rezeptpflichtige Medikamente zentral fest. Der Apothekenpreis liegt für Versicherte deutlich unter dem Ladenpreis, wenn du die spanische Gesundheitskarte nutzt. Die Eigenbeteiligung hängt vom Einkommen und vom Rentnerstatus ab.

GruppeEigenanteilBeispiel Monatsmedikation
Arbeitnehmer mit Einkommen bis 18.000 EUR40 Prozentca. 6 bis 12 EUR
Arbeitnehmer 18.000 bis 100.000 EUR50 Prozentca. 8 bis 15 EUR
Rentner bis 18.000 EUR10 Prozent, gedeckelt 8,23 EURca. 2 bis 5 EUR
Rentner über 100.000 EUR60 Prozentca. 10 bis 20 EUR
Ohne Tarjeta Sanitaria100 Prozentvoller Ladenpreis

Rezeptfreie Medikamente sind in Spanien oft 20 bis 40 Prozent günstiger als in Deutschland. Die Preise sind nicht gesetzlich fixiert, Preisvergleiche zwischen Apotheken lohnen sich gerade für Dauerprodukte wie Schmerzsalben oder Vitaminpräparate.

Wenn du über deine deutsche Krankenkasse noch versichert bist, kannst du Apothekenrechnungen einreichen. Die Kasse erstattet nach deutschem Tarif, also oft nur einen Bruchteil. Für planbare Einkäufe ist die Nutzung der spanischen Versorgung immer günstiger, sobald du eine Tarjeta Sanitaria hast.

Online-Apotheken

Der Online-Markt ist in Spanien nur für rezeptfreie Produkte liberalisiert. Verschreibungspflichtige Medikamente darfst du auch online nur mit gültigem Rezept in einer registrierten Apotheke kaufen, die Versandhändler müssen beim Ministerio de Sanidad gelistet sein. Das offizielle Verzeichnis findest du auf distafarma.aemps.es.

Seriöse Anbieter sind zum Beispiel Farmacia Castellanos, Farmacia Del Pilar, Dosfarma, Atida Mifarma und Promofarma. Sie liefern in ganz Spanien und auf die Balearen, Versand dauert 2 bis 4 Werktage. Für den Import aus Deutschland (DocMorris, Shop Apotheke) brauchst du ein E-Rezept mit EU-Standard oder du kaufst nur rezeptfreie Produkte. Hier kann es gelegentlich zu Zollformalitäten kommen.

Tipp: Reiseapotheke ergänzen, nicht ersetzen

Einige deutsche Marken wie Soventol, Mobilat, Bronchipret oder bestimmte Kinderkrebsprodukte sind auf Mallorca nicht oder nur schwer zu bekommen. Halte davon immer einen kleinen Vorrat aus Deutschland bereit, den Rest kaufst du vor Ort. So hast du das Beste aus beiden Welten und vermeidest unnötige Grenzfälle beim Import.

Zum Schluss ein praktischer Hinweis. Wenn du unsicher bist, welches Medikament du brauchst, sprich mit dem Apotheker auf Spanisch oder notfalls mit Übersetzer-App. Die Beratung in der Farmacia ist qualitativ hochwertig und gehört zum Service. Für leichte Beschwerden, Reisekrankheit, Sonnenbrand, Insektenstiche oder Magenverstimmung sparst du dir damit den Arztbesuch und kommst schnell wieder auf die Beine.

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