Mallorca

Rente als Autónomo: Was die Mindestbasis später bedeutet

7 min read#rente autonomo spanien
Sandor Farkas

Sandor Farkas

Gründer und Redaktion von Mallorca Plus

Begleitet Auswanderer und Residenten bei Behörden-, Wohn- und Alltagsfragen rund um das Leben auf Mallorca.

Die meisten Autónomos auf Mallorca melden sich mit der niedrigsten Beitragsstufe an und bleiben dort, weil die monatliche Ersparnis sofort spürbar ist. Die Rente als Autónomo in Spanien richtet sich vor allem danach, auf welcher Basis du eingezahlt hast. Die reine Zahl der Arbeitsjahre spielt dabei eine kleinere Rolle: Wer zwanzig oder dreißig Jahre auf der Mindestbasis bleibt, landet am Ende bei einer Mindestrente, ganz unabhängig davon, wie gut das eigene Geschäft tatsächlich lief. Dieser Beitrag zeigt, was die Basis für deine spätere Rente bedeutet, wie deutsche Versicherungszeiten mitzählen und wann sich eine höhere Basis oder ein zusätzlicher Pensionsplan lohnt.

Auf einen Blick

Die Beitragsbasis, auf der du als Autónomo einzahlst, bestimmt deine spätere spanische Rente direkt, nicht die Zahl der Jahre allein. 2026 reicht die Basis von 653,59 bis 5.101,20 Euro im Monat. Ab 2026 ändert sich zusätzlich der Berechnungszeitraum von den letzten 25 Jahren schrittweise auf die besten 27 von bis zu 29 Jahren. Deutsche Versicherungszeiten zählen für die spanische Mindestzeit von 15 Jahren mit, auch wenn sie die Höhe der spanischen Rente nicht verändern.

Was die Beitragsbasis mit deiner Rente zu tun hat

Die Beitragsbasis ist der monatliche Betrag, auf den du als Autónomo Sozialversicherungsbeiträge zahlst. Aus ihr berechnet sich die sogenannte base reguladora, die Rechengröße für deine Rente, dein Krankengeld und dein Arbeitslosengeld als Autónomo.

2026 reicht die Spanne von 653,59 Euro im Monat als niedrigster Stufe bis 5.101,20 Euro als höchster, gestaffelt nach deinem tatsächlichen Nettoeinkommen aus der selbstständigen Tätigkeit. Bei der Anmeldung über Import@ss wählst du eine Stufe selbst aus, und viele setzen dabei die niedrigste an, auch wenn das Geschäft längst mehr abwirft.

PostenKostenDauer
Mindestbasis (Nettoeinkommen bis 670 Euro)653,59 Europro Monat
Mittlere Basis (Nettoeinkommen 1.166 bis 1.300 Euro)950,98 bis 1.300 Europro Monat
Höchstbasis (Nettoeinkommen über 6.000 Euro)1.928,10 bis 5.101,20 Europro Monat

Für die spanische Rente zählt zunächst, ob du überhaupt die Mindestzeit erreichst, und danach, wie viele Jahre zusammenkommen:

  • Mit 15 Beitragsjahren ist die Mindestvoraussetzung erfüllt, davon müssen mindestens zwei Jahre in den letzten 15 Jahren vor der Rente liegen. Du bekommst dann 50 Prozent der base reguladora, nicht die volle Rente.
  • Mit jedem weiteren Beitragsjahr steigt der Prozentsatz automatisch weiter, bis bei rund 36 Jahren und 6 Monaten 100 Prozent der base reguladora erreicht sind.
  • Über diese 36,5 Jahre hinaus steigt der Prozentsatz nicht mehr, aber zusätzliche Jahre auf einer höheren Basis verbessern trotzdem die base reguladora selbst, weil mehr gute Jahre in die Berechnung einfließen können.

Wer 30 Jahre lang auf 653,59 Euro eingezahlt hat, erreicht damit zwar die vollen 100 Prozent, aber 100 Prozent einer sehr niedrigen Rechengröße. Entscheidend ist deshalb weniger die reine Zahl der Jahre als die Höhe der Basis in den Jahren, die tatsächlich in die Berechnung einfließen.

Die neue Berechnung ab 2026: bis zu 27 von 29 Jahren statt 25

Bisher zählten für die base reguladora die Beitragsbasen der letzten 25 Jahre vor der Rente. Mit dem Real Decreto-ley 2/2023 ändert sich das ab 2026 schrittweise: Der Betrachtungszeitraum wächst pro Jahrgang um vier Monate, von 304 Monaten im Jahr 2026 auf 348 Monate, also 29 Jahre, ab 2037. Innerhalb dieses wachsenden Zeitraums zählen am Ende aber nur die besten 27 Jahre, die zwei schlechtesten Jahre fallen heraus.

Die Seguridad Social wendet dabei nicht die Formel an, für die du dich entscheidest, sondern automatisch die, die zu einer höheren Rente führt, alt oder neu. Für dich bedeutet das: Ein einzelnes schwaches Jahr fällt künftig eher weg, aber starke Jahre innerhalb der letzten 27 bis 29 Jahre vor der Rente wiegen entsprechend schwerer als früher. Den vollständigen Gesetzestext findest du im Real Decreto-ley 2/2023 auf der offiziellen Seite des BOE.

Tipp: Die letzten Jahre vor der Rente zählen doppelt

Planst du ohnehin, deine Basis irgendwann anzuheben, lohnt sich das am meisten in den Jahren, die tatsächlich in die 27 von 29 Jahren fallen. Eine höhere Basis mit Mitte zwanzig wirkt sich auf die Rente kaum noch aus, sobald sie aus dem Berechnungsfenster herausgefallen ist.

Wie deutsche und spanische Beitragsjahre zusammengerechnet werden

Kommst du erst mit 40 oder 45 Jahren nach Mallorca, reichen die spanischen Jahre allein oft nicht für die Mindestzeit von 15 Jahren. Hier greift die EU-Verordnung 883/2004: Spanien rechnet deine deutschen Versicherungszeiten für die Mindestzeit mit, genau wie umgekehrt Deutschland spanische Zeiten anerkennt. Die Höhe der spanischen Rente selbst richtet sich danach trotzdem nur nach deinen tatsächlichen spanischen Beitragsjahren und -basen, jedes Land zahlt seinen eigenen, anteiligen Teil nach seinem eigenen Recht.

Ein Beispiel: Wer mit 45 Jahren nach Mallorca zieht und dort bis zur Rente 20 Jahre als Autónomo einzahlt, erfüllt die spanische Mindestzeit allein schon durch diese 20 Jahre. Reichen die spanischen Jahre dagegen nicht aus, zählen die vorher in Deutschland eingezahlten Jahre für die Mindestzeit mit, Spanien zahlt dann trotzdem nur den Teil, der den eigenen Beitragsjahren entspricht. Wie die deutsche Rente selbst in Spanien steuerlich behandelt wird, erklärt der Ratgeber zur deutschen Rente auf Mallorca. Einen Überblick über die Zusammenrechnung von Rentenansprüchen innerhalb der EU bietet das offizielle Portal Your Europe der EU-Kommission.

Höhere Basis, PPES oder private Vorsorge: was sich lohnt

Eine höhere Beitragsbasis kostet sofort mehr. Sie verändert aber mehr als nur die künftige Rente: Auch Krankengeld, Mutterschafts- oder Vaterschaftsgeld und das Arbeitslosengeld als Autónomo, die cese de actividad, richten sich nach derselben base reguladora. Wer regelmäßig krank wird oder die Tätigkeit irgendwann beenden könnte, profitiert also auch kurzfristig von einer höheren Basis, nicht erst bei der Rente.

Als Ergänzung zur staatlichen Rente gibt es seit 2022 den Plan de Pensiones de Empleo Simplificado, kurz PPES, speziell für Autónomos. Zusätzlich zum allgemeinen Limit von 1.500 Euro im Jahr für einen individuellen Plan kannst du bis zu 4.250 Euro jährlich in einen PPES einzahlen, der von einem Berufsverband organisiert wird, insgesamt also bis zu 5.750 Euro. Beide Beträge zusammen sind zusätzlich auf 30 Prozent deines Nettoeinkommens aus der selbstständigen Tätigkeit begrenzt und von der Einkommensteuer absetzbar. Wie diese Einzahlungen in deiner jährlichen Steuererklärung als Autónomo landen, zeigt der Ratgeber zu IVA und IRPF für Autónomos.

Eine private Rentenversicherung außerhalb eines PPES bleibt möglich, zählt aber unter das allgemeine Limit von 1.500 Euro und bringt keinen eigenen Arbeitgeberanteil, wie es ein PPES über den Berufsverband tun kann.

Häufige Fragen

Wie viele Jahre muss ich in Spanien einzahlen, um überhaupt eine Rente zu bekommen? Mindestens 15 Jahre, davon mindestens zwei Jahre innerhalb der letzten 15 Jahre vor der Rente. Mit genau 15 Jahren bekommst du 50 Prozent der base reguladora, nicht die volle Rente.

Zählen meine deutschen Berufsjahre für die spanische Mindestzeit mit? Ja, nach der EU-Verordnung 883/2004 rechnet Spanien deutsche Versicherungszeiten für die Mindestzeit zusammen. Die Höhe der spanischen Rente richtet sich trotzdem nur nach deinen tatsächlichen spanischen Beitragsjahren und -basen.

Lohnt sich eine höhere Basis kurz vor der Rente noch? Ja, wenn die betreffenden Jahre innerhalb der ab 2026 zählenden letzten 27 von 29 Jahren liegen. Je näher die höhere Basis am Renteneintritt liegt, desto direkter wirkt sie sich auf die base reguladora aus.

Fazit

Die Mindestbasis mag heute die günstigste Option sein, am Ende zahlt sie sich aber oft als Mindestrente aus, unabhängig davon, wie lange du als Autónomo gearbeitet hast. Entscheidend sind die Jahre, die tatsächlich in die neue Berechnung aus bis zu 27 von 29 Jahren einfließen, und ob du deutsche Zeiten für die Mindestzeit überhaupt brauchst. Einen guten Überblick über Beiträge und Basis von Anfang an bietet der Themen-Ratgeber Autónomo.

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