Mallorca

Internet und Mobilfunk auf Mallorca: Anbieter, Tarife und Tipps

Aktualisiert: April 202613 Min. Lesezeit

Zusammenfassung

Alles zu Internet und Mobilfunk auf Mallorca: Festnetz und Glasfaser, Mobilfunkanbieter, Prepaid vs. Vertrag, Kosten, Verfügbarkeit auf dem Land und praktische Tipps für den Anbieterwechsel.

Internet und Mobilfunk gehören zu den ersten Dingen, die du auf Mallorca brauchst. Ohne Handyvertrag und Internetanschluss läuft nichts: kein Behördengang, keine Wohnungssuche, kein Homeoffice. Die gute Nachricht: Die Versorgung auf Mallorca ist besser als ihr Ruf. In den Ortschaften bekommst du schnelles Glasfaser-Internet, das Mobilfunknetz ist solide, und die Preise liegen deutlich unter dem deutschen Niveau. Hier erfährst du alles, was du für den Einstieg wissen musst.

Internet auf Mallorca: Überblick

Mallorca hat in den letzten Jahren massiv in den Breitbandausbau investiert. In den meisten Ortschaften und Urbanizaciones ist Glasfaser (Fibra óptica) verfügbar. Die Geschwindigkeiten sind hoch, die Preise fair. Das alte ADSL über die Telefonleitung spielt kaum noch eine Rolle.

Die Situation hängt aber stark davon ab, wo genau du wohnst:

In städtischen Gebieten (Palma, Inca, Manacor und die größeren Ortschaften) hast du die volle Auswahl: mehrere Glasfaseranbieter, 4G/5G-Mobilfunk, stabile Verbindungen. Hier ist Internet kein Thema.

In Urbanizaciones und Küstenorten ist Glasfaser meistens auch verfügbar, aber nicht überall. Manche ältere Siedlungen sind noch nicht angeschlossen. Prüfe die Verfügbarkeit immer vorab.

Auf dem Land und in Fincas wird es schwieriger. Glasfaser gibt es dort selten. Du bist auf Mobilfunk-Router, Richtfunk oder Satellit angewiesen. Mehr dazu im Abschnitt weiter unten.

Glasfaser - Die beste Option

Glasfaser ist die erste Wahl für deinen Internetanschluss auf Mallorca. Die Verbindung ist stabil, schnell und zuverlässig. Die drei großen Glasfaseranbieter auf Mallorca sind:

Movistar

Movistar gehört zur Telefónica und ist der größte Anbieter in Spanien. Das Glasfasernetz ist am weitesten ausgebaut, auch in kleineren Ortschaften. Movistar bietet Geschwindigkeiten von 300 Mbit/s bis 1 Gbit/s an.

Preise (Stand 2026): Glasfaser 300 Mbit/s ab ca. 35 Euro/Monat. Kombipakete mit Mobilfunk und TV ab ca. 50 Euro. Movistar ist etwas teurer als die Konkurrenz, dafür ist das Netz am zuverlässigsten und der Kundenservice (auf Spanisch) am besten erreichbar.

Orange

Orange ist der zweitgrößte Anbieter und hat ein eigenes Glasfasernetz, das ebenfalls gut ausgebaut ist. Die Preise liegen leicht unter Movistar, das Angebot ist vergleichbar.

Preise: Glasfaser 300 Mbit/s ab ca. 30 Euro/Monat. Kombipakete ab ca. 40 Euro. Orange hat oft attraktive Einführungsangebote mit Rabatten in den ersten Monaten.

Digi

Digi ist ein rumänischer Anbieter, der seit einigen Jahren den spanischen Markt aufmischt. Digi ist der günstigste Glasfaseranbieter und bietet überraschend gute Qualität zu Kampfpreisen.

Preise: Glasfaser 300 Mbit/s ab ca. 20 Euro/Monat. Glasfaser 1 Gbit/s ab ca. 30 Euro. Kombipakete mit Mobilfunk ab 25 Euro.

Digi nutzt teilweise das Netz von Movistar (Wholesale-Vereinbarung) und baut gleichzeitig ein eigenes Netz aus. Die Verfügbarkeit ist nicht überall gegeben, aber auf Mallorca inzwischen recht gut. Der Kundenservice ist etwas schwerer erreichbar als bei Movistar oder Orange.

Weitere Anbieter

Vodafone bietet ebenfalls Glasfaser an, hat sein Netz auf den Balearen aber an Zegona/MásMóvil verkauft. Das Angebot funktioniert weiterhin, ist preislich aber weniger attraktiv. Lowi (Vodafone-Tochter) und Simyo (Orange-Tochter) sind günstige Alternativen, die die Netze ihrer Muttergesellschaften nutzen.

Tipp: Verfügbarkeit vorab prüfen

Bevor du eine Wohnung mietest oder kaufst, prüfe die Glasfaser-Verfügbarkeit an der Adresse. Gib die Adresse auf den Websites von Movistar, Orange und Digi ein. Die Verfügbarkeit kann von Straße zu Straße unterschiedlich sein. Wenn dir schnelles Internet wichtig ist (Homeoffice, Streaming), mach die Verfügbarkeit zu einem Kriterium bei der Wohnungssuche.

Was du für den Vertragsabschluss brauchst

Für einen Glasfaser-Vertrag brauchst du:

  • NIE-Nummer (Número de Identidad de Extranjero) - deine spanische Ausländer-Identifikationsnummer. Wie du sie bekommst, erfährst du im Ratgeber zur NIE auf Mallorca.
  • Spanisches Bankkonto (Cuenta bancaria) - die monatlichen Kosten werden per Lastschrift abgebucht. Infos dazu findest du unter Bankkonto eröffnen.
  • Adresse - die Adresse, an der der Anschluss installiert werden soll.

Die Installation dauert in der Regel 3 bis 10 Werktage nach Vertragsabschluss. Ein Techniker kommt vorbei und verlegt das Glasfaserkabel bis in deine Wohnung. Der Router wird gestellt und ist im Monatspreis enthalten.

Mobilfunk: Anbieter und Tarife

Das Mobilfunknetz auf Mallorca ist gut ausgebaut. 4G ist praktisch flächendeckend verfügbar, 5G in den Ballungsgebieten. Die Preise für Mobilfunktarife liegen in Spanien deutlich unter dem deutschen Niveau.

Die großen Drei

Movistar hat das beste Netz, auch in ländlichen Gebieten und der Serra de Tramuntana. Wenn du viel auf dem Land unterwegs bist, ist Movistar die sicherste Wahl. Mobilfunktarife ab ca. 15 Euro/Monat (mit Datenvolumen ab 10 GB).

Orange hat das zweitbeste Netz und oft etwas günstigere Tarife. Besonders die Kombipakete (Glasfaser + Mobilfunk) sind preislich attraktiv.

Vodafone ist der dritte große Anbieter. Das Netz ist gut, die Preise vergleichbar mit Orange.

Günstige Alternativen (MVNOs)

In Spanien gibt es zahlreiche Mobilfunkanbieter, die die Netze der großen Drei nutzen und deutlich günstigere Tarife anbieten. Für den Alltag reichen sie vollkommen aus:

Digi - nutzt das Movistar-Netz, Tarife ab ca. 3 Euro/Monat (mit begrenztem Datenvolumen). Unlimitiert ab ca. 10 Euro. Besonders beliebt bei Expats wegen der niedrigen Preise.

Lowi - gehört zu Vodafone, nutzt das Vodafone-Netz. Tarife ab ca. 7 Euro/Monat. Einfache Online-Verwaltung, kein stationärer Service.

Simyo - gehört zu Orange, nutzt das Orange-Netz. Tarife ab ca. 5 Euro/Monat. Sehr flexibel, keine Vertragsbindung.

Pepephone - nutzt das Movistar-Netz. Bekannt für guten Kundenservice und faire Konditionen. Ab ca. 7 Euro/Monat.

Was bekommst du für dein Geld?

Spanische Mobilfunktarife bieten in der Regel mehr als deutsche. Für 10 bis 15 Euro im Monat bekommst du bei den meisten Anbietern:

  • Unbegrenzte Anrufe innerhalb Spaniens
  • 20 bis 50 GB Datenvolumen (bei Digi sogar unbegrenzt)
  • EU-Roaming inklusive (mit Fair-Use-Limit)
  • Keine Anschlussgebühr oder kurze Vertragslaufzeiten

Zum Vergleich: Ein ähnlicher Tarif kostet in Deutschland das Doppelte bis Dreifache.

Prepaid oder Vertrag?

Für den Start auf Mallorca empfehlen wir einen Prepaid-Tarif (Tarjeta Prepago). Du brauchst dafür keine NIE und kein spanisches Bankkonto, nur deinen Reisepass. So bekommst du sofort eine funktionsfähige spanische Telefonnummer.

Prepaid: Vorteile

  • Kein Vertrag, keine Bindung, kein Risiko
  • Kaufbar in jedem Handyladen, vielen Supermärkten und Tabakläden (Estanco)
  • Aufladbar online, per App oder im Laden
  • Perfekt für die erste Zeit, bis du NIE und Bankkonto hast

Prepaid: Nachteile

  • Etwas teurer pro GB als Vertragstarife
  • Manche Dienste (z.B. Portabilidad) sind nicht verfügbar
  • Kein Glasfaser-Kombipaket möglich

Wann auf einen Vertrag wechseln?

Sobald du deine NIE-Nummer und ein spanisches Bankkonto hast, lohnt sich der Wechsel auf einen Vertrag. Besonders wenn du Glasfaser-Internet dazu buchen möchtest, sparst du mit einem Kombipaket (Internet + Mobilfunk) deutlich.

Die Vertragslaufzeiten in Spanien sind kürzer als in Deutschland. Bei den meisten Anbietern beträgt die Mindestlaufzeit 3 bis 12 Monate. Permanencia (Vertragsbindung) wird aber immer unüblicher, viele Anbieter bieten Verträge ohne Mindestlaufzeit an.

Internet auf dem Land und in Fincas

Wenn du eine Finca oder ein ländliches Wohngebiet gewählt hast, ist Internet eine größere Herausforderung. Glasfaser endet meistens an der Ortsgrenze. Für alles dahinter brauchst du Alternativen.

4G/5G-Router (Empfehlung)

Die beste Alternative zu Glasfaser auf dem Land ist ein fest installierter 4G- oder 5G-Router. Das ist ein Router, der das Mobilfunknetz nutzt und WLAN für dein Zuhause bereitstellt. Movistar, Orange und Digi bieten solche Tarife an.

Geschwindigkeit: 20 bis 100 Mbit/s über 4G, 100 bis 300 Mbit/s über 5G. Für Homeoffice, Videokonferenzen und Streaming in HD reicht das aus. 4K-Streaming kann bei schwacher Verbindung ruckeln.

Kosten: 25 bis 40 Euro/Monat, je nach Anbieter und Datenvolumen.

Wichtig: Teste die Mobilfunkabdeckung an deiner Adresse, bevor du einen Vertrag abschließt. Am besten mit SIM-Karten verschiedener Anbieter, da die Netzabdeckung stark variieren kann.

Tipp: Externe Antenne für besseren Empfang

Wenn das Mobilfunksignal an deiner Finca schwach ist, kann eine externe Antenne auf dem Dach die Verbindung deutlich verbessern. Es gibt Richtantennen, die das Signal um 10 bis 20 dB verstärken. Ein lokaler Techniker kann die Antenne installieren und auf den nächsten Sendemast ausrichten. Kosten: 100 bis 300 Euro einmalig.

Satelliteninternet

Starlink ist seit 2023 in Spanien verfügbar und eine Option für Fincas, die weder Glasfaser noch guten Mobilfunkempfang haben. Die Geschwindigkeit liegt bei 50 bis 200 Mbit/s, die Latenz ist höher als bei Glasfaser (30 bis 60 ms statt 5 bis 15 ms).

Kosten: Ca. 40 Euro/Monat plus einmalig ca. 450 Euro für die Empfangsschüssel. Das ist deutlich teurer als Glasfaser, aber für abgelegene Standorte eine zuverlässige Lösung.

Richtfunk (WiMAX)

In manchen Gebieten bieten lokale Anbieter Richtfunkverbindungen an. Eine Antenne auf deinem Dach empfängt das Signal von einem Sender in der Nähe. Die Geschwindigkeiten liegen bei 10 bis 50 Mbit/s. Diese Lösung ist weniger verbreitet und wird zunehmend durch 4G/5G-Router ersetzt.

Achtung: Internet vor dem Einzug testen

Wenn dir schnelles Internet wichtig ist (Homeoffice, digitaler Nomade), teste die Verfügbarkeit unbedingt vor dem Mietvertrag oder Kauf. Frage den Vermieter nach dem aktuellen Anschluss, prüfe die Glasfaser-Verfügbarkeit online und teste das Mobilfunksignal vor Ort mit deinem Handy. Eine Finca ohne brauchbares Internet kann den Alltag massiv einschränken.

Deutsche SIM-Karte behalten oder wechseln?

Viele Auswanderer behalten zunächst ihre deutsche SIM-Karte. Dank EU-Roaming telefonierst und surfst du in Spanien zu deinem deutschen Tarif, ohne Zusatzkosten. Das funktioniert gut für den Übergang, hat aber Grenzen.

EU-Roaming: Die Regel

Seit 2017 gilt in der EU "Roam like at home". Du nutzt dein deutsches Datenvolumen, deine Freiminuten und SMS in Spanien genauso wie in Deutschland. Es fallen keine Roaming-Gebühren an.

Die Einschränkung: Fair-Use-Policy

Die EU-Roaming-Verordnung schützt vorübergehende Nutzung im Ausland. Wenn dein Anbieter feststellt, dass du dauerhaft in Spanien lebst (z.B. weil du dich über Monate nur aus Spanien einloggst), kann er einen Roaming-Aufschlag berechnen. In der Praxis passiert das bei den meisten Anbietern erst nach 3 bis 4 Monaten dauerhafter Auslandsnutzung.

Unsere Empfehlung

Behalte deine deutsche SIM-Karte für die erste Zeit als Backup und für Kontakte, die dich unter deiner deutschen Nummer erreichen. Besorge dir parallel eine spanische Prepaid-SIM für den Alltag. Sobald du dich eingelebt hast, wechselst du komplett auf einen spanischen Vertrag. So sparst du langfristig Geld und hast die beste Netzabdeckung vor Ort.

Wenn du deine deutsche Nummer dauerhaft behalten möchtest, kannst du sie zu einem günstigen deutschen Anbieter portieren (z.B. freenet Funk oder fraenk für unter 10 Euro/Monat) und als Zweitkarte nutzen.

Anbieterwechsel und Kündigung

Der Anbieterwechsel in Spanien ist unkomplizierter als in Deutschland. Das Stichwort heißt Portabilidad (Rufnummernmitnahme).

So funktioniert die Portabilidad

Du schließt einen Vertrag beim neuen Anbieter ab und gibst deine bestehende Rufnummer an. Der neue Anbieter kümmert sich um alles: Kündigung beim alten Anbieter, Übernahme der Nummer, Aktivierung. Der Wechsel dauert in der Regel 1 bis 3 Werktage.

Du musst beim alten Anbieter nicht selbst kündigen. Der neue Anbieter erledigt das im Rahmen der Portabilidad. Das ist ein großer Unterschied zu Deutschland und macht den Wechsel sehr einfach.

Worauf du achten solltest

Prüfe vor dem Wechsel, ob du noch in der Permanencia (Mindestlaufzeit) deines alten Vertrags bist. Falls ja, kann eine Wechselgebühr anfallen. Die meisten Verträge haben aber keine oder nur eine kurze Mindestlaufzeit.

Falls du Glasfaser-Internet und Mobilfunk beim gleichen Anbieter hast (Kombipaket), prüfe, ob die Kündigung des einen Teils den anderen beeinflusst.

Tipps für den Alltag

Öffentliches WLAN: In Palma und den größeren Touristenorten gibt es kostenfreie WLAN-Hotspots in Cafés, Restaurants und öffentlichen Gebäuden. Die Qualität schwankt. Für sensible Daten (Online-Banking, Behördengänge) empfehlen wir ein VPN.

Dual-SIM nutzen: Wenn dein Smartphone Dual-SIM unterstützt (die meisten modernen Geräte tun das), kannst du deine deutsche und spanische SIM-Karte gleichzeitig nutzen. So bist du unter beiden Nummern erreichbar, ohne zwei Handys zu brauchen.

Rechnungen prüfen: Spanische Telekommunikationsanbieter sind dafür bekannt, nach Ablauf von Aktionspreisen die Tarife automatisch zu erhöhen. Prüfe deine monatliche Rechnung und rufe im Zweifel an, um den Aktionspreis zu verlängern oder einen besseren Tarif zu verhandeln. Das funktioniert in Spanien überraschend gut.

Kundenservice auf Spanisch: Der Kundenservice der Anbieter ist fast ausschließlich auf Spanisch. Wenn dein Spanisch noch nicht ausreicht, bitte einen spanischsprachigen Freund oder Nachbarn um Hilfe. Alternativ kannst du den Vertrag in einem Ladengeschäft vor Ort abschließen, wo die Kommunikation oft einfacher ist als am Telefon.

Tipp: Verhandeln lohnt sich

In Spanien ist es üblich, Telekommunikationstarife zu verhandeln. Wenn du nach Ablauf deines Aktionszeitraums anrufst und mit einem Wechsel zur Konkurrenz drohst, bieten dir die Anbieter fast immer einen besseren Preis an. Das Stichwort ist "Departamento de Retenciones" (Abteilung für Kundenbindung). Frag direkt danach.

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