Mallorca

Ostküste Mallorca: Die besten Wohnorte für Expats

7 min read#ostkueste mallorca wohnen
Sandor Farkas

Sandor Farkas

Gründer und Redaktion von Mallorca Plus

Begleitet Auswanderer und Residenten bei Behörden-, Wohn- und Alltagsfragen rund um das Leben auf Mallorca.

Wer auf Mallorca wohnen möchte, denkt zuerst an Palma oder den Südwesten. Dabei hat die Ostküste in den letzten Jahren stark aufgeholt: ruhigere Dörfer, niedrigere Mietpreise als im Südwesten und eine Infrastruktur, die für den ganzjährigen Alltag gut funktioniert. Dieser Beitrag vergleicht die wichtigsten Orte für Expats, die an der Ostküste Mallorcas wohnen wollen, mit aktuellen Mietpreisen und ehrlicher Einschätzung zu Stärken und Schwächen. Wie die Ostküste im Vergleich zu Palma, dem Südwesten und dem Norden abschneidet, zeigt unser Überblick über alle Wohnorte auf Mallorca im Vergleich.

Auf einen Blick

Die Ostküste Mallorcas umfasst grob die Gemeinden von Cala Ratjada im Nordosten bis Cala d'Or im Südosten. Beliebt bei Auswanderern sind vor allem Cala Ratjada und Capdepera im Norden, Son Servera und Cala Millor in der Mitte sowie der Raum Porto Cristo im Süden. Die Mietpreise liegen 2026 meist unter Palma-Niveau, die Infrastruktur reicht für den Alltag gut aus.

Die Ostküste Mallorcas bezeichnet den östlichen Küstenstreifen zwischen dem Cabo Farrutx im Norden und dem Kap de ses Salines im Süden, eine Strecke von rund 80 Kilometern Küstenlinie. Die Region umfasst mehrere selbstständige Gemeinden mit eigener Infrastruktur, unterscheidet sich aber deutlich vom urbanisierten Südwesten rund um Calvià.

Cala Ratjada und Capdepera: Der Norden für Aktive

Cala Ratjada ist der bekannteste Ort im Nordosten und hat eine etablierte deutschsprachige Community. Das liegt historisch an der Fischertradition und am frühen Tourismus, der viele Deutsche in die Region gebracht hat. 2022 hatten laut INE rund 2.700 Einwohner der Gemeinde Capdepera, zu der Cala Ratjada gehört, eine ausländische Staatsangehörigkeit.

Für den Alltag funktioniert Cala Ratjada gut: Supermärkte (Mercadona, Lidl in Capdepera), eine Gesundheitsstation, ein wöchentlicher Markt und ausreichend Restaurants, die auch in der Nebensaison geöffnet sind. Der Flughafen Palma ist in rund 80 Kilometern erreichbar, was ohne Autobahn etwa 70 bis 80 Minuten Fahrtzeit bedeutet.

Mietpreise 2026: Die Mietangaben in diesem Beitrag sind durchschnittliche Angebotsmieten des Immobilienportals Fotocasa für September 2026, umgerechnet auf eine 60-Quadratmeter-Wohnung, etwa die Größe einer 2-Zimmer-Wohnung. Für Capdepera, die Gemeinde von Cala Ratjada, haben wir keine verlässliche, datierte Zahl gefunden. Vergleiche deshalb vor der Unterschrift aktuelle Anzeigen auf den Portalen.

Schwachpunkt: Die Busverbindungen sind in der Nebensaison dünn. Ohne Auto ist das Leben hier eingeschränkt. Die öffentlichen Verkehrsmittel auf Mallorca verbessern sich zwar jährlich, aber die Taktdichte im Osten bleibt hinter Palma und dem Südwesten zurück. Wie sich Cala Ratjada im Alltag gegen Cala d'Or schlägt, vergleicht unser Ortsporträt Cala d'Or und Cala Ratjada.

Markt in Capdepera

In Capdepera findet jeden Mittwoch und Samstag ein Wochenmarkt statt. Für Frischwaren aus der Region lohnt er sich besonders im Herbst und Winter, wenn kaum Touristen da sind.

Son Servera und Cala Millor: Familienfreundlich und erschwinglich

Son Servera ist ein typisches mallorquinisches Dorf ohne großen Touristenbetrieb, liegt aber nur zehn Minuten von Cala Millor entfernt, dem breitesten Sandstrand im Osten. Die Kombination macht die Gegend für Familien attraktiv: ein echtes Dorf mit Schule, Gesundheitszentrum und ruhigem Alltag, aber Strand und Meer in kurzer Entfernung.

Die Infrastruktur für Familien ist solide: Es gibt eine öffentliche Schule mit Vorschule, einen Kinderarzt im Gesundheitszentrum und in Sant Llorenç des Cardassar in der Nähe weitere Einrichtungen. Im Osten gibt es zwei internationale Schulen mit britischem oder amerikanischem Lehrplan: die Rafa Nadal International School in Manacor und das Tudor Rose British College in Porto Cristo, das Kinder bis etwa 14 Jahre aufnimmt. Die deutsche Schule und die meisten anderen internationalen Schulen liegen in und um Palma.

Mietpreise 2026: Fotocasa nannte für die Gemeinde Son Servera rund 17,1 EUR pro Quadratmeter, also etwa 1.020 EUR im Monat für 60 Quadratmeter. Das liegt unter Palma (rund 19,6 EUR pro Quadratmeter) und deutlich unter Calvià (rund 22,6 EUR).

Laut dem spanischen Statistikamt INE hatte die Gemeinde Son Servera am 1. Januar 2025 rund 12.400 Einwohner. 2022 besaßen knapp 18 % von ihnen eine ausländische Staatsangehörigkeit, etwas weniger als im Durchschnitt der Balearen (knapp 19 %). Mehr zum Alltag in beiden Orten findest du in Leben in Son Servera und Leben in Cala Millor.

Porto Cristo und Manacor: Lokales Leben im Zentrum

Porto Cristo ist ein Fischerhafen mit eigenem Flair, der weniger touristisch geprägt ist als Cala Ratjada. Hier wohnen viele Einheimische ganzjährig, was dem Ort eine andere Atmosphäre gibt. Der Wochenmarkt, die lokalen Bars und die gute Anbindung an Manacor (eine der größten Städte Mallorcas, 15 Minuten entfernt) machen Porto Cristo für Auswanderer interessant, die nicht in einer Tourismusgemeinde wohnen möchten.

Manacor selbst ist zwar kein Küstenort, bietet aber eine vollständige Versorgung: Einkaufszentren, mehrere Supermärkte, ein Krankenhaus (Hospital de Manacor), Schulen aller Stufen, Banken und eine größere ausländische Community als viele Küstendörfer. Wie sich der Alltag in der Stadt anfühlt, beschreibt Leben in Manacor.

Mietpreise 2026: Fotocasa nannte für Porto Cristo rund 18,3 EUR pro Quadratmeter, also etwa 1.100 EUR im Monat für 60 Quadratmeter. Manacor insgesamt war mit rund 15,3 EUR pro Quadratmeter günstiger (etwa 920 EUR), das Stadtzentrum lag bei rund 12,2 EUR.

Achtung bei Ferienwohnungen

Im Osten werden viele Immobilien als Touristenwohnungen vermarktet. Achte bei der Wohnungssuche darauf, dass der Vertrag eine Langzeitmiete (Contrato de Arrendamiento de Vivienda) ist und nicht eine verkappte Touristenmiete. Die Mindestlaufzeit bei regulärer Langzeitmiete beträgt in Spanien fünf Jahre.

Cala d'Or und der südliche Osten

Cala d'Or gehört zur Gemeinde Santanyí, nahe der Grenze zu Felanitx, und ist einer der beliebtesten Orte für deutschsprachige Residenten auf der ganzen Insel. Die Infrastruktur ist gut, das Angebot an deutschen Ärzten und Dienstleistern überdurchschnittlich. Allerdings ist Cala d'Or bekannt dafür, im Sommer stark überlaufen zu sein.

Für den südlichen Osten gilt: Je weiter Richtung Santanyí, desto ruhiger und landschaftlich schöner, aber auch desto dünnere Infrastruktur. Wer in dieser Gegend wohnt, sollte ein Auto haben und keine Scheu vor regelmäßigen Fahrten nach Palma. Die beiden Gemeinden an diesem Küstenabschnitt stellen Leben in Santanyí und Leben in Felanitx genauer vor.

Einen ausführlichen Vergleich der Mietpreise auf der ganzen Insel findest du im Mietpreise-Ratgeber für Mallorca 2026. Für allgemeine Hinweise zu Mietverträgen und was du rechtlich beachten musst, hilft der Guide zum Wohnung mieten auf Mallorca.

Mietpreise 2026: Fotocasa nannte für die Gemeinde Santanyí, zu der Cala d'Or gehört, rund 14,0 EUR pro Quadratmeter, also etwa 840 EUR im Monat für 60 Quadratmeter. Das ist ein Durchschnitt für die ganze Gemeinde, deutlich unter Palma und Calvià, einzelne Ferienorte können davon abweichen.

Was die Ostküste von anderen Regionen unterscheidet

Die Ostküste ist keine homogene Region. Sie zieht folgende Zielgruppen besonders an:

  • Paare und Familien, die Ruhe und Natur suchen und auf Stadtleben verzichten können
  • Menschen, die auf Mietpreise achten und Palma-Niveau nicht zahlen wollen
  • Residenten, die bewusst weniger in touristisch geprägten Gebieten wohnen wollen
  • Aktive, die Radfahren, Schnorcheln und Wandern regelmäßig betreiben

Was die Ostküste nicht bietet: ein breites kulturelles Angebot, gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehr in der Nebensaison und die Vielfalt an Gastronomie und Einkaufsmöglichkeiten, die Palma hat. Wer diese Dinge braucht, sollte in Manacor oder mit direktem Anschluss an die Via Manacor (Hauptstraße nach Palma) wohnen.

Aktuelle Fahrpläne für alle Ostküsten-Linien veröffentlicht das Busnetz TIB des Consorci de Transports de Mallorca, darunter die Linien 411 (Cala Rajada-Manacor) und 412 (Costa dels Pins-Manacor) sowie die Direktlinie 401 (Cala Millor-Palma).

Fazit

Die Ostküste Mallorcas ist eine ernsthafte Option für Auswanderer, die nicht in Palma oder im Südwesten wohnen wollen. Cala Ratjada eignet sich gut für alle, die eine deutschsprachige Community und touristisch geprägte Infrastruktur schätzen. Son Servera ist der ruhige Geheimtipp für Familien. Porto Cristo und Manacor bieten echten Lokalcharakter und das beste Preis-Leistungs-Verhältnis im Osten. Cala d'Or und der Santanyí-Bereich passen zu denen, die Landschaft und Ruhe schätzen und längere Fahrten in Kauf nehmen.

Wie viele Menschen leben dauerhaft an der Ostküste Mallorcas? Rund 84.000 gemeldete Einwohner verteilen sich laut INE (Stand 1. Januar 2025) auf die Gemeinden Capdepera, Son Servera, Sant Llorenç des Cardassar und Manacor, mehr als die Hälfte davon auf Manacor. 2022 hatte gut jeder Fünfte von ihnen eine ausländische Staatsangehörigkeit.

Bevor du dich für einen konkreten Ort entscheidest, lohnt sich ein Blick auf die verschiedenen Wohngebiete auf Mallorca im Überblick - dort findest du einen Vergleich aller Regionen der Insel.

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