Mallorca

Pool verliert Wasser: Leckortung auf Mallorca und die Kosten

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Sandor Farkas

Sandor Farkas

Gründer und Redaktion von Mallorca Plus

Begleitet Auswanderer und Residenten bei Behörden-, Wohn- und Alltagsfragen rund um das Leben auf Mallorca.

Der Wasserstand sinkt, du füllst nach, und drei Tage später fehlen wieder ein paar Zentimeter. Pool verliert Wasser, Mallorca, Hochsommer: Die erste Frage lautet, ob es überhaupt ein Leck gibt. Wo es sitzt, kommt danach. Aus einem offenen Becken verdunstet im Juli erstaunlich viel, und wer bei jedem Absinken sofort eine Firma ruft, zahlt für eine Ortung, die nichts findet. Wer umgekehrt ein echtes Leck monatelang nachfüllt, zahlt doppelt: beim Wasserversorger und später beim Sanieren des unterspülten Untergrunds. Hier liest du, wie du beides auseinanderhältst, wo Pools auf der Insel typischerweise undicht werden und was eine professionelle Leckortung kostet. Was der Pool sonst noch im Jahr kostet, steht im Ratgeber zu den Nebenkosten auf Mallorca.

Auf einen Blick

Ein Wasserverlust von bis zu einem Zentimeter pro Tag kann im mallorquinischen Sommer reine Verdunstung sein. Der Eimertest über 24 Stunden klärt, ob mehr dahintersteckt. Die häufigsten Leckstellen sind Skimmer, Scheinwerferdurchführungen, Rohrleitungen im Erdreich und Fugen. Eine professionelle Ortung mit Druckprüfung und Farbstoff kostet auf dem Festland 150 bis 400 EUR, auf Mallorca liegen die Angebote wegen der Anfahrt meist am oberen Ende.

Verdunstung oder Leck: der Eimertest

Bevor du irgendjemanden anrufst, brauchst du eine Zahl: Wie viel fehlt pro Tag, und erklärt das die Verdunstung? Im Juli und August liegen die Tageshöchstwerte im Inselinneren regelmäßig über 35 Grad, dazu kommt fast immer Wind. Unter diesen Bedingungen verliert ein offener Pool bis zu einem Zentimeter Wasserstand pro Tag allein durch Verdunstung, in der Woche also fünf bis sieben Zentimeter. Wer täglich badet, spritzt zusätzlich Wasser über den Rand.

Der Eimertest trennt Verdunstung und Leck ohne Werkzeug:

  1. Stell einen Eimer auf die zweite Treppenstufe im Pool, so dass er nicht schwimmt, aber sein Rand deutlich aus dem Wasser ragt. Beschwere ihn mit einem Stein.
  2. Füll den Eimer mit Poolwasser bis auf die Höhe des Beckenwasserstands.
  3. Markiere beide Stände mit Klebeband: innen im Eimer und außen am Eimer auf Höhe des Poolwassers.
  4. Schalte die Pumpe für 24 Stunden aus. Niemand badet, niemand füllt nach.
  5. Vergleich am nächsten Tag: Sind beide Stände gleich weit gesunken, war es Verdunstung. Ist der Pool deutlich stärker gesunken als der Eimer, hast du ein Leck.

Wiederhole den Test mit laufender Pumpe. Verliert der Pool nur dann, liegt das Problem in der Druckleitung oder im Filter. Verliert er nur bei stehender Pumpe, ist die Saugseite oder das Becken betroffen. Gleich viel in beiden Fällen heißt: Becken oder Einbauteil.

Tipp: Wasserstand stabilisiert sich auf einer Höhe

Hört der Verlust bei einem bestimmten Wasserstand auf, hast du die Höhe des Lecks. Bleibt das Wasser genau an der Unterkante des Skimmers stehen, ist der Skimmer die erste Adresse. Bleibt es auf Höhe des Unterwasserscheinwerfers stehen, ist es die Nische oder die Kabeldurchführung.

Wo Pools auf Mallorca typischerweise undicht werden

Viele Fincas haben Betonbecken aus den Achtziger- oder Neunzigerjahren, oft mit Gresite-Mosaik, manchmal mit einer nachträglich verlegten Folie. Dazu kommen Böden, die sich in trockenen Sommern setzen. Wenn so ein Pool Wasser verliert, sind es meist vier Stellen.

Der Skimmer ist der Klassiker. Er sitzt am Übergang zwischen Beckenwand und Kunststoffgehäuse, und genau dort arbeitet das Material zwischen 40 Grad im August und Frost in einer klaren Januarnacht. Die Fuge reißt haarfein, das Wasser sickert hinter die Wand. Zweiter Kandidat sind die Scheinwerfernischen und deren Kabeldurchführungen. Die Dichtung altert, das Kabelrohr führt Wasser aus dem Becken direkt ins Erdreich, ohne dass an der Oberfläche etwas zu sehen ist.

Der teuerste Fall sind Rohrleitungen im Erdreich. Zwischen Becken und Technikraum liegen oft 10 bis 20 Meter PVC-Rohr im Boden, teils unter der Terrasse. Setzt sich der Untergrund oder drückt eine Pinienwurzel dagegen, bricht eine Muffe. Sichtbar wird das erst, wenn Terrassenplatten absacken oder ein feuchter Fleck bleibt. Und schließlich Fliesenfugen und Risse im Beton: Ein Haarriss verliert wenig, hundert offene Fugen im Gresite summieren sich. Wie du Risse selbst erkennst und was ihre Reparatur kostet, steht im Beitrag zur Poolreparatur auf Mallorca.

Einen ersten Hinweis liefert der Farbstofftest: Bei abgeschalteter Pumpe gibst du mit einer Pipette Lebensmittelfarbe dicht an die verdächtige Stelle. Wird die Farbwolke in eine Fuge gezogen, ist dort das Leck. Das klappt an Skimmer, Düsen und Scheinwerfern, bei Rohren im Boden nicht.

Wie eine professionelle Leckortung abläuft

Eine Leckortung am Pool ist die systematische Suche nach der undichten Stelle, ohne das Becken zu entleeren oder aufzustemmen. Fachfirmen prüfen die Rohrleitungen einzeln unter Druck, setzen Farbstoff an Einbauteilen und hören mit elektroakustischen Geräten oder Ultraschall die Austrittsstelle ab. Ziel ist eine markierte Stelle statt einer geöffneten Terrasse.

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Befragung und Sichtprüfung

Der Techniker will das Ergebnis deines Eimertests wissen, ob der Verlust mit oder ohne Pumpe auftritt und ob es feuchte Stellen im Garten gibt. Danach schaut er sich Technikraum, Verrohrung und Beckenrand an.

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Druckprüfung der Leitungen

Jede Leitung wird einzeln mit Stopfen verschlossen und mit Luft oder Wasser unter Druck gesetzt. Fällt der Druck, ist diese Leitung undicht. Bleibt er stabil, ist sie ausgeschlossen. Das dauert je nach Anzahl der Leitungen ein bis zwei Stunden.

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Ortung der Stelle im Rohr

Bei einer undichten Leitung wird Luft oder ein Spürgas eingeblasen. Mit Bodenmikrofon (Geophon) oder Ultraschall hört der Techniker, wo es austritt, und markiert die Stelle auf der Terrasse. Dort wird später nur ein kleines Feld geöffnet.

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Farbstoff und Tauchprüfung am Becken

Skimmer, Düsen, Scheinwerfer und verdächtige Fugen werden unter Wasser mit Farbstoff geprüft. Bei größeren Becken steigt ein Taucher ins Wasser und dichtet kleine Stellen oft direkt mit Unterwasser-Epoxid ab.

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Bericht und Angebot

Du bekommst einen kurzen Bericht mit Fundstelle, Ursache und einem Angebot für die Reparatur. Frag nach, ob die Ortungskosten bei Auftragserteilung angerechnet werden. Viele Firmen machen das.

Rechne für den Termin mit zwei bis vier Stunden und lass die Pumpe am Vortag aus, damit der Techniker mit einem ruhigen Wasserstand startet. Einen Plan der Verrohrung gibt es bei älteren Fincas selten, dann sucht er die Leitungswege erst mit dem Ortungsgerät.

Was die Leckortung auf Mallorca kostet

Für die reine Ortung ohne Reparatur nennen spanische Fachbetriebe auf dem Festland 150 bis 400 EUR, je nach Methode und Aufwand. Auf Mallorca kommt die Anfahrt dazu, denn die meisten Firmen sitzen im Raum Palma. Wer weit draußen wohnt, sollte sie im Angebot getrennt ausgewiesen bekommen. Für die Reparatur gelten Richtwerte, die je nach Zugang stark schwanken:

PostenKostenDauer
Leckortung (Druckprüfung, Farbstoff, Abhören)150 bis 400 EUR2 bis 4 Stunden
Anfahrt außerhalb Palma und Umland30 bis 80 EURpro Termin
Skimmer oder Scheinwerfernische abdichten150 bis 450 EURhalber Tag
Unterwasser-Abdichtung von Fugen und Haarrissen200 bis 600 EUR1 Tag
Rohrbruch im Erdreich freilegen und ersetzen600 bis 2.500 EUR1 bis 3 Tage
Skimmer komplett tauschen inkl. Beton- und Fliesenarbeit800 bis 1.800 EUR2 bis 3 Tage

Die Spannen sind breit, weil der Zugang den Preis macht. Ein Rohr unter Kies ist in einer Stunde frei, dasselbe Rohr unter einer verklebten Natursteinterrasse kostet einen Tag plus Steinmetz. Lass dir jedes Angebot schriftlich geben, mit getrennt ausgewiesener Ortung, Reparatur und Wiederherstellung der Oberfläche.

Achtung: Pool nicht zum Suchen entleeren

Manche Handwerker schlagen vor, das Becken zu leeren, um Risse zu suchen. Auf Mallorca ist das doppelt schlecht: Im Sommer darfst du in etlichen Gemeinden nicht aus dem Netz nachfüllen, und ein leeres Betonbecken kann bei hohem Grundwasserstand aufschwimmen oder reißen. Die Ortung geht auch mit vollem Becken.

Wann sich Reparieren nicht mehr lohnt

Ein einzelnes Leck an Skimmer, Düse oder Scheinwerfer repariert man. Anders sieht es aus, wenn die Ortung mehrere Stellen findet und das Becken älter als 25 Jahre ist. Dann sind die Fugen im Gresite großflächig mürbe, und auf jede abgedichtete Stelle folgt im nächsten Sommer eine neue. Als Faustregel: Kommen innerhalb von zwei Jahren die dritte Ortung und die dritte Abdichtung zusammen, rechne die Kosten gegen eine neue Beschichtung oder eine Folienauskleidung. Die kostet bei einem 8 mal 4 Meter großen Becken einen mittleren vierstelligen Betrag und löst Fugen, Haarrisse und poröse Oberflächen in einem Zug. Dasselbe gilt für alte Verrohrung: Bricht die zweite Muffe, folgt der Rest, und ein neuer Leitungskanal ist billiger als alle zwei Jahre die Terrasse.

Warum ein Leck 2026 auch ein Wasserproblem ist

Auf Mallorca hat ein undichter Pool 2026 eine zweite Seite: das Wasser selbst. Die Wasserreserven der Insel lagen im Sommer 2026 bei rund 46 Prozent, und die Balearenregierung stuft die Versorgungseinheiten der Insel nach ihrem Dürreindex ein. Den aktuellen Stand deiner Zone siehst du auf dem Portal de l'Aigua der Balearenregierung. Ende August 2026 hat Manacor die Zone Manacor-Felanitx von der Vorwarnstufe auf Alarm gesetzt, mit der Ansage, dass als nächster Schritt Nutzungsbeschränkungen und zeitweise Abschaltungen folgen. Esporles verbietet das Befüllen privater Pools aus dem Trinkwassernetz bereits im gesamten Gemeindegebiet.

Nachfüllen ist in manchen Gemeinden also gar nicht mehr erlaubt, ein Leck lässt sich nicht mehr aussitzen. Welche Regeln wo gelten und was ein Tankwagen kostet, steht im Beitrag zum Pool befüllen bei Wasserknappheit. Dazu haben Gemeinden wie Manacor progressive Wassertarife und Einzelzähler eingeführt. Wer durch ein Leck dauerhaft über dem normalen Verbrauch liegt, rutscht in die teure Tarifstufe. Und das balearische Raumordnungsgesetz begrenzt neue Pools auf ländlichem Boden ohnehin auf 35 Quadratmeter Fläche und 60 Kubikmeter Volumen, nachzulesen in Artikel 68 bis der Ley 12/2017 im BOE. Der Wind dreht sich gegen den Wasserverbrauch privater Pools, und ein Becken, das jede Woche einen Kubikmeter ins Erdreich verliert, fällt inzwischen auf.

Zur Einordnung: Ein 8 mal 4 Meter großes Becken mit 1,5 Meter Tiefe fasst rund 48 Kubikmeter. Verliert es durch ein Leck zusätzlich zur Verdunstung zwei Zentimeter am Tag, sind das gut 19 Kubikmeter im Monat, also rund 40 Prozent des Beckeninhalts. Da läppert sich bei progressiven Tarifen schnell ein mittlerer zweistelliger Betrag im Monat zusammen, und das Wasser fehlt im Aquifer.

Wie viel Wasser darf ein Pool auf Mallorca pro Tag verlieren?

Bis zu einem Zentimeter Wasserstand pro Tag ist im Hochsommer durch Verdunstung normal, bei Wind und intensiver Nutzung auch etwas mehr. Sinkt der Stand deutlich schneller als das Wasser in einem daneben aufgestellten Eimer, liegt ein Leck vor.

Kann man ein Poolleck finden, ohne den Pool zu entleeren?

Ja. Druckprüfung der Leitungen, Farbstofftest und Abhören mit Geophon oder Ultraschall funktionieren bei vollem Becken. Stellen unter Wasser prüft und dichtet ein Taucher direkt ab.

Fazit

Pool verliert Wasser auf Mallorca: Die Antwort auf die wichtigste Frage kostet dich einen Eimer und 24 Stunden Geduld. Verdunstung schluckt im Sommer bis zu einen Zentimeter am Tag, alles darüber ist ein Leck. Eine professionelle Ortung kostet 150 bis 400 EUR plus Anfahrt, wird bei Auftrag oft angerechnet und erspart dir eine aufgestemmte Terrasse. Und weil Nachfüllen in immer mehr Gemeinden eingeschränkt ist, ist ein schnell gefundenes Leck auch die günstigste Art, deine Wasserrechnung und die laufenden Poolkosten im Griff zu behalten.

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