Müllentsorgung Mallorca: Tonnen, Recycling und Wertstoffhof
Sandor Farkas
Mallorca-Experte & Autor
Wer auf Mallorca lebt oder eine Finca übernimmt, merkt schnell: Die Müllentsorgung Mallorca läuft anders als in Deutschland. Statt einer braunen Tonne im eigenen Garten gibt es Container an der Strasse, statt Sperrmüllabholung per Termin oft eine separate Telefon-Hotline und statt Wertstoffhof am Stadtrand zentral organisierte Puntos Verdes. In diesem Guide bekommst du die komplette Übersicht über Tonnenfarben, Recycling-Wege, den Wertstoffhof Palma und die wichtigsten Stolperfallen für Residenten und Ferienhausbesitzer.
Mülltrennung Spanien: Die Tonnenfarben im Überblick
In Spanien gilt landesweit ein einheitliches Farbsystem für Müllcontainer. Auf Mallorca findest du diese Tonnen meist als grosse Säulen-Container (contenedores) an der Strassenecke oder als Reihe in jedem Quartier. Jede Wohnung hat in der Regel kein eigenes Abholsystem, sondern bringt den Müll selbst zum nächsten Container.
- Gelb: Verpackungen aus Plastik, Metall, Tetrapak (entspricht dem Gelben Sack in Deutschland)
- Blau: Papier und Pappe, möglichst zerkleinert oder gefaltet
- Grün mit Glas-Symbol: ausschliesslich Glas, ohne Deckel oder Korken
- Grau oder dunkelgrün: Restmüll, alles was nicht in eine andere Tonne gehört
- Braun: Bioabfall, in vielen Mallorca-Gemeinden inzwischen Pflicht (z.B. Palma)
Seit dem spanischen Abfallgesetz Ley 7/2022 müssen alle Gemeinden bis Ende 2024 die Bioabfallsammlung anbieten. Auf Mallorca ist die Pflicht-Biotonne in den meisten Orten bereits ausgerollt. Wer als Resident sortiert, hat den Vorteil, dass die jährliche Müllgebühr (tasa de basura) in einigen Gemeinden bei guter Mülltrennung gestaffelt günstiger ausfällt.
Punto Verde Mallorca und Wertstoffhof Palma
Sperriger Hausabfall, Elektroschrott, Sondermüll und Bauschutt gehören nicht in die Strassen-Container. Dafür gibt es auf Mallorca die sogenannten Puntos Verdes (auf Mallorquin: Deixalleries). Das ist das spanische Pendant zum deutschen Wertstoffhof, in der Regel kostenfrei für Residenten der jeweiligen Gemeinde.
In Palma de Mallorca betreibt der städtische Versorger EMAYA acht solcher Anlagen. Die zentralste ist der Punto Verde Son Pacs am Camí de Son Pacs, weitere stehen in Coll d'en Rabassa, Cas Capiscol oder Sant Jordi. Hier kannst du als Privatperson kostenlos abgeben:
- Elektrokleingeräte und alte Computer
- Batterien und Energiesparlampen
- Möbelteile, Holz und Metallschrott in Haushaltsmenge
- Speiseöl in geschlossenen Flaschen
- Farbreste, Lacke und Lösungsmittel in Originalverpackung
- Gartenabfälle und Grünschnitt
Die Öffnungszeiten der Puntos Verdes in Palma findest du auf der offiziellen Seite des Versorgers EMAYA Punts Verds. Für Gemeinden ausserhalb Palmas pflegt die Inselverwaltung ein Verzeichnis der Recyclingstellen über die Deixalleries-Liste des Consell de Mallorca.
Tipp: Empadronamiento mitnehmen
Viele Puntos Verdes verlangen für die kostenlose Annahme einen Nachweis, dass du in der Gemeinde gemeldet bist. Nimm beim ersten Besuch deine Empadronamiento-Bescheinigung und einen Lichtbildausweis mit. Wer nicht gemeldet ist, zahlt pro Anlieferung eine kleine Gebühr.
Sperrmüll abholen Mallorca: So funktioniert die Abholung
Alte Sofas, Matratzen oder ein defekter Kühlschrank passen nicht in den Punto Verde-Kombi und auch nicht in den Container an der Strasse. Hier hilft die kostenlose Sperrmüll-Abholung der Gemeinde, auf Spanisch recogida de muebles oder recogida de enseres. Anders als in Deutschland gibt es selten feste Termine pro Strasse, du musst die Abholung selbst anmelden.
So läuft die Anmeldung in Palma:
- Anruf bei der EMAYA-Hotline 900 720 720 oder Online-Formular auf emaya.es
- Stichwort recogida de muebles a domicilio und Angabe von Adresse, Stockwerk, Anzahl der Möbelstücke
- Du bekommst einen Abholtag genannt, meist innerhalb einer Woche
- Am Vorabend stellst du die Möbel zwischen 20 und 22 Uhr sichtbar an die Strasse
- EMAYA holt die Stücke in der Nacht ab
In anderen Gemeinden wie Calvià, Andratx oder Manacor läuft das Verfahren ähnlich, jeweils über die örtliche Stadtverwaltung. Wichtig: Möbel einfach an den Container zu stellen ist verboten. Wer dabei erwischt wird, riskiert ein Bussgeld zwischen 90 und 750 Euro je nach Gemeinde.
Sondermüll Finca: Bauschutt, Reifen und Asbest
Wer eine Finca auf Mallorca renoviert oder einen alten Pool entkernt, produziert Sondermüll, den weder die Containertonne noch der Punto Verde nehmen. Bauschutt (escombros), Altreifen und vor allem alte Eternit-Platten mit Asbest brauchen einen lizenzierten Entsorgungsbetrieb. Auf Mallorca übernimmt das die halbstaatliche MAC Insular sowie private Anbieter mit Lizenz der Inselregierung.
Typische Preise auf Mallorca (Stand 2026):
- Bauschutt: ca. 35 bis 50 Euro pro Tonne, Container ab 120 Euro Miete
- Altreifen: 5 bis 8 Euro pro PKW-Reifen
- Asbest-Eternit: 250 bis 400 Euro pro Container, Pflichtanmeldung beim Consell de Mallorca
Achtung: Wildmülldeponien sind tabu
Auf Mallorca werden immer wieder ländliche Schotterwege als illegale Müllablagestellen missbraucht. Das ist nicht nur eine Umweltsünde, sondern wird mit Bussgeldern bis 45.000 Euro geahndet, wenn Asbest oder Sondermüll im Spiel sind. Die Drohnenkontrollen der Guardia Civil im Inselinneren wurden 2025 deutlich verstärkt.
Müllgebühren auf Mallorca: Wer zahlt wieviel
Die jährliche Müllgebühr (tasa de residuos) wird auf Mallorca von jeder Gemeinde individuell festgelegt. Sie hängt von Wohnungsgrösse, Kataster-Bewertung und teils von der Personenanzahl ab. Typische Werte 2026:
- Palma: ca. 130 bis 220 Euro pro Wohnung und Jahr
- Calvià, Andratx: 180 bis 260 Euro für mittelgrosse Häuser
- Inseldörfer wie Sineu oder Petra: oft unter 100 Euro
Bezahlt wird per Lastschrift vom spanischen Konto, alternativ per Überweisung. Wer ein Ferienhaus aus Deutschland heraus verwaltet, sollte sich die jährliche Mahnung am besten von der Gestoría überwachen lassen, damit kein Säumniszuschlag droht. Hintergrund zu typischen Wohnnebenkosten findest du in unserem Ratgeber zu Wohngebieten auf Mallorca und in unserem ausführlichen Beitrag zur Mülltrennung und Recycling auf Mallorca. Wer noch nicht in der Gemeinde gemeldet ist und für die Abholservices den Nachweis braucht, findet in unserem Ratgeber zur Empadronamiento die nötigen Schritte.
Fazit: Müllentsorgung Mallorca richtig planen
Die Müllentsorgung Mallorca ist nach dem ersten Eingewöhnen kein Drama, aber sie braucht ein paar Routinen, die in Deutschland anders laufen. Sortiere konsequent in Gelb, Blau, Grün, Braun und Grau, nutze den nächsten Punto Verde für Elektroschrott und Sondermüll und melde Sperrmüll vorher per Hotline an. So vermeidest du Bussgelder, sparst Müllgebühren und tust deinem Quartier einen Gefallen.
Wenn du gerade frisch auf die Insel gezogen bist, schau dir am besten unseren Ratgeber zur Mülltrennung und Recycling an. Dort findest du eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die ersten Wochen samt Glossar der spanischen Müll-Begriffe.