Mallorca

Maklerprovision auf Mallorca: Wer zahlt und wie viel?

6 min read#maklerprovision mallorca
Sandor Farkas

Sandor Farkas

Mallorca-Experte & Autor

Wer auf Mallorca eine Immobilie kauft, stößt früh auf eine Frage, die viele aus Deutschland überrascht: Wer zahlt eigentlich die Maklerprovision, und wie viel ist üblich? In Spanien läuft das anders als daheim. Oft trägt der Verkäufer die Provision, manchmal wird sie zwischen beiden Seiten geteilt, und einen gesetzlich festen Satz gibt es nicht. Die Maklerprovision ist damit einer der Posten, der beim Immobilienkauf am ehesten verhandelbar ist. In diesem Beitrag erfährst du, wer auf Mallorca zahlt, welche Sätze marktüblich sind und worauf du im Maklervertrag achten solltest.

Auf einen Blick

Die Maklerprovision auf Mallorca beträgt beim Kauf üblicherweise 3 % bis 6 % des Kaufpreises plus 21 % IVA. Meist zahlt der Verkäufer, weil er den Makler beauftragt hat. Ein gesetzlicher Festsatz existiert nicht, die Provision ist verhandelbar. Bei Mietverträgen zahlt seit der Ley 12/2023 der Vermieter die Agenturkosten.

Wer zahlt die Maklerprovision auf Mallorca?

Die Maklerprovision (comisión inmobiliaria) ist das Honorar, das ein Immobilienmakler beim erfolgreichen Verkauf oder der Vermietung einer Immobilie erhält. In Spanien wird sie meist als Prozentsatz des Kaufpreises berechnet und ist frei verhandelbar, da kein gesetzlicher Festsatz existiert.

Beim Immobilienkauf gilt in der Praxis: Es zahlt in der Regel derjenige, der den Makler beauftragt hat, und das ist meistens der Verkäufer. Der Makler bündelt seine Provision also in den Verkaufspreis ein. Als Käufer zahlst du die Provision damit indirekt über den Kaufpreis mit, aber in der Regel nicht als separate Rechnung. Es gibt jedoch Konstellationen, in denen sich Käufer und Verkäufer die Provision teilen oder in denen der Käufer einen eigenen Suchmakler (Buyer Agent) beauftragt und dessen Honorar direkt trägt.

Bei Mietverträgen hat sich die Lage seit 2023 klar geändert. Seit dem Inkrafttreten der Ley 12/2023 (Ley por el derecho a la vivienda) am 26. Mai 2023 muss der Vermieter die Kosten für Makler und Vertragsverwaltung tragen, nicht mehr der Mieter. Wie ein Mietvertrag sonst aufgebaut ist, erklärt der Ratgeber zum Mietvertrag in Spanien.

Wie hoch ist die Maklerprovision beim Immobilienkauf?

Marktüblich sind auf Mallorca beim Verkauf einer Immobilie 3 % bis 6 % des Kaufpreises. Auf diese Provision kommen zusätzlich 21 % IVA (die spanische Mehrwertsteuer). Der genaue Prozentsatz hängt von Objekt, Region und dem Aufwand des Maklers ab. Bei sehr hochpreisigen Objekten sind auch niedrigere Prozentsätze verbreitet, weil die absolute Summe trotzdem hoch ausfällt.

PostenKostenDauer
Kaufpreis Beispielobjekt400.000 €Basis
Provision 5 %20.000 €einmalig
IVA auf Provision (21 %)4.200 €einmalig
Provision inkl. IVA24.200 €einmalig

Wichtig: Die Provision ist nicht dasselbe wie die Kaufnebenkosten. Zu Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuch kommen beim Kauf noch einmal rund 10 % bis 13 % dazu. Wer den Makler indirekt über den Kaufpreis bezahlt, sollte die Provision also nicht mit den staatlichen Nebenkosten verwechseln. Eine Übersicht bietet der Ratgeber zum Immobilienkauf auf Mallorca.

Tipp: Provision im Preis mitdenken

Wenn der Verkäufer die Provision zahlt, ist sie meist schon im Angebotspreis enthalten. Das gibt dir Verhandlungsspielraum: Ein Makler, der 5 % kassiert, hat oft Luft, den Preis zu senken, wenn du ernsthaft kaufen willst.

Was steht im Maklervertrag?

Bevor ein Makler für dich oder den Verkäufer tätig wird, gibt es einen schriftlichen Auftrag, die sogenannte Nota de Encargo. Darin steht, was der Makler leistet, wie hoch die Provision ist und wann sie fällig wird. Diese Punkte solltest du vor der Unterschrift prüfen:

  • Höhe und Bezugsgröße: Prozentsatz und ob er sich auf den Angebots- oder den tatsächlichen Verkaufspreis bezieht.
  • IVA: Ist die Mehrwertsteuer im genannten Satz enthalten oder kommt sie obendrauf?
  • Exklusivität: Ein Alleinauftrag (exclusiva) bindet dich an einen Makler. Ohne Exklusivität kannst du mehrere Makler parallel beauftragen.
  • Fälligkeit: Wird die Provision erst bei notarieller Beurkundung fällig oder schon bei Vorvertrag (Arras)?
  • Laufzeit: Wie lange gilt der Auftrag, und wie kündigst du ihn?

Achtung: Exklusivvertrag genau lesen

Ein Alleinauftrag kann eine Provision auch dann auslösen, wenn du am Ende privat oder über einen anderen Weg verkaufst. Prüfe die Klauseln zur Fälligkeit genau und lass dir unklare Formulierungen vor der Unterschrift schriftlich erklären.

Ist die Maklerprovision verhandelbar?

Ja. Weil es keinen gesetzlichen Festsatz gibt, ist die Provision Verhandlungssache. Als Verkäufer kannst du den Prozentsatz drücken, besonders bei einem gut verkäuflichen Objekt oder einem höheren Kaufpreis. Als Käufer verhandelst du eher über den Gesamtpreis, in dem die Provision steckt. Ein seriöser Makler legt offen, wie hoch seine Provision ist und wer sie trägt.

Woran du einen vertrauenswürdigen Makler erkennst und welche Fragen du vorab stellen solltest, erklärt der Beitrag zum seriösen Immobilienmakler auf Mallorca.

Die offiziellen Grundlagen zu Mehrwertsteuer und Mietrecht findest du hier:

Häufige Fragen zur Maklerprovision

Wer zahlt die Maklerprovision auf Mallorca? Beim Kauf zahlt in der Regel der Verkäufer, weil er den Makler beauftragt hat. Die Provision steckt dann im Kaufpreis. Bei Mietverträgen trägt seit der Ley 12/2023 der Vermieter die Agenturkosten.

Wie hoch ist die Maklerprovision üblicherweise? Marktüblich sind 3 % bis 6 % des Kaufpreises plus 21 % IVA. Bei sehr teuren Objekten liegt der Prozentsatz oft niedriger, weil die absolute Summe trotzdem hoch bleibt. Einen gesetzlichen Festsatz gibt es nicht.

Ist die Maklerprovision verhandelbar? Ja. Da kein fester Satz vorgeschrieben ist, kannst du über die Höhe verhandeln. Als Verkäufer drückst du den Prozentsatz, als Käufer verhandelst du über den Gesamtpreis, in dem die Provision enthalten ist.

Fazit

Die Maklerprovision ist auf Mallorca kein fester Betrag, sondern Verhandlungssache. Beim Kauf zahlt meist der Verkäufer 3 % bis 6 % des Kaufpreises plus 21 % IVA, wobei die Kosten indirekt im Angebotspreis stecken. Bei Mietverträgen liegt die Provision seit 2023 klar beim Vermieter. Als Käufer solltest du die Provision nicht mit den staatlichen Kaufnebenkosten verwechseln und den Maklervertrag vor der Unterschrift genau prüfen.

Wenn viel Geld im Spiel ist, lohnt sich ein klarer Blick auf Höhe, IVA, Exklusivität und Fälligkeit im Vertrag. Wer diese Punkte kennt, verhandelt selbstbewusster und vermeidet böse Überraschungen beim Notartermin.

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