Mallorca

Empleada de hogar anmelden: Putzhilfe legal beschäftigen

6 min read#empleada de hogar anmelden
Sandor Farkas

Sandor Farkas

Gründer und Redaktion von Mallorca Plus

Begleitet Auswanderer und Residenten bei Behörden-, Wohn- und Alltagsfragen rund um das Leben auf Mallorca.

Wer auf Mallorca regelmäßig eine Putzhilfe, Kinderbetreuung oder Pflegehilfe im eigenen Haushalt beschäftigt, ist in Spanien Arbeitgeber. Das gilt ab der ersten Stunde, auch bei drei Stunden pro Woche. Du musst deine empleada de hogar anmelden, Sozialbeiträge zahlen und ein paar Regeln zu Lohn, Urlaub und Kündigung einhalten. Klingt nach Bürokratie, ist aber machbar: Die Seguridad Social hat mit Importass ein Portal gebaut, über das die Anmeldung online läuft. Dieser Beitrag führt dich durch den Prozess. Wenn du gewerblich Personal suchst, etwa für eine Firma, gelten andere Regeln, die im Ratgeber Mitarbeiter einstellen in Spanien stehen.

Auf einen Blick

Haushaltshilfen werden im Sistema Especial de Empleados de Hogar der Seguridad Social angemeldet. Die Anmeldung ist ab der ersten Arbeitsstunde Pflicht und Sache des Arbeitgebers. 2026 liegt der Mindestlohn bei 9,55 EUR pro Stunde, bei Vollzeit bei 1.221 EUR brutto in 14 Zahlungen. Auf den Lohn kommen Sozialbeiträge, die der Staat über Abschläge spürbar verbilligt.

Was das Sistema Especial de Empleados de Hogar ist

Das Sistema Especial de Empleados de Hogar ist der Zweig der spanischen Sozialversicherung für Hausangestellte. Wer eine Person gegen Bezahlung im Privathaushalt beschäftigt, meldet sie dort an und zahlt monatliche Beiträge, die Rente, Krankheitsschutz und seit 2022 auch Arbeitslosengeld abdecken.

Die rechtliche Grundlage ist das Real Decreto 1620/2011, das das Arbeitsverhältnis im Privathaushalt regelt. 2022 hat Spanien mit dem Real Decreto-ley 16/2022 nachgeschärft: Seither sind Arbeitslosenversicherung und die Lohngarantie über den FOGASA Pflicht, und Hausangestellte fallen unter den Arbeitsschutz. Für dich als Arbeitgeber heißt das: Die Zeiten, in denen eine Putzhilfe informell und bar bezahlt wurde, sind rechtlich vorbei. Wird eine nicht angemeldete Beschäftigung entdeckt, drohen Beitragsnachforderungen und Bußgelder von mehreren tausend Euro.

Ein Detail, das viele überrascht: Die Anmeldepflicht liegt beim Arbeitgeber, unabhängig von der Stundenzahl. Nur wenn die Hilfe weniger als 60 Stunden im Monat bei dir arbeitet, könnt ihr vereinbaren, dass sie die Formalitäten selbst übernimmt. Die Verantwortung dafür, dass die Anmeldung existiert, bleibt trotzdem bei dir.

Anmeldung über Importass: so läuft sie ab

Die Anmeldung läuft über Importass, das Onlineportal der Seguridad Social für Privathaushalte. Du brauchst dafür ein digitales Zertifikat oder einen Cl@ve-Zugang. Die Guía für Arbeitgeber im Empleo del hogar erklärt jeden Schritt auf Spanisch, der Ablauf selbst ist überschaubar:

1

Unterlagen sammeln

Deine eigene NIE oder DNI, die NIE und Sozialversicherungsnummer der Hausangestellten, ihre IBAN und die vereinbarten Arbeitszeiten und Löhne.

2

Alta vor Arbeitsbeginn einreichen

Die Anmeldung muss vor dem ersten Arbeitstag bei der Seguridad Social eingehen. Über Importass geht das in einer Sitzung, das Portal legt dabei auch dein Beitragskonto als Arbeitgeber an.

3

Arbeitsvertrag schriftlich festhalten

Ab vier Wochen Dauer ist Schriftform Pflicht. Ohne schriftlichen Vertrag gilt das Arbeitsverhältnis automatisch als unbefristet und in Vollzeit.

4

Monatlich zahlen und abrechnen

Die Seguridad Social bucht die Beiträge per Lastschrift ab. Den Lohn überweist du am besten per Bank und stellst eine einfache Lohnabrechnung aus.

Tipp: Gestoría einschalten

Eine Gestoría übernimmt Alta, Vertrag und die monatliche Abrechnung für eine überschaubare Monatspauschale. Das lohnt sich vor allem, wenn dein Spanisch für Verwaltungsformulare noch nicht reicht oder du die Fristen nicht im Blick behalten willst. Was eine Gestoría sonst noch abnimmt, steht im Ratgeber Gestoria auf Mallorca finden.

Mindestlohn und Kosten 2026

Der spanische Mindestlohn (SMI) gilt in vollem Umfang auch im Privathaushalt. 2026 sind das 1.221 EUR brutto im Monat in 14 Zahlungen, also 17.094 EUR im Jahr bei Vollzeit. Wer die beiden Sonderzahlungen auf zwölf Monate umlegt, zahlt 1.424,50 EUR monatlich. Für stundenweise Beschäftigung gilt ein Mindestsatz von 9,55 EUR pro Stunde, in dem der Anteil für Urlaub und Sonderzahlungen bereits enthalten ist.

Dazu kommen die Sozialbeiträge. Der Staat verbilligt sie für Privathaushalte deutlich: Auf den Beitrag für die allgemeinen Risiken gibt es 20 Prozent Nachlass, auf Arbeitslosenversicherung und FOGASA sogar 80 Prozent. Unterm Strich sieht die Rechnung 2026 ungefähr so aus:

PostenKostenDauer
Bruttolohn Vollzeit (SMI, Sonderzahlungen anteilig)1.424,50 EURmonatlich
Arbeitgeberanteil Sozialversicherung nach Abschlägenca. 375 EURmonatlich
Gesamtkosten Vollzeit am Mindestlohnca. 1.800 EURmonatlich

Bei einer Putzhilfe für vier Stunden pro Woche reden wir über ganz andere Größenordnungen: Der Lohn liegt dann bei gut 165 EUR im Monat, die Beiträge fallen anteilig auf Basis der tatsächlichen Stunden an. Die genauen Beitragsstufen richten sich nach dem Monatslohn und stehen in der Importass-Guía. Wie die spanische Sozialversicherung insgesamt aufgebaut ist, erklärt der Ratgeber zur Sozialversicherung in Spanien.

Urlaub, Sonderzahlungen und Kündigung

Neben Lohn und Beiträgen gelten ein paar Arbeitnehmerrechte, die du von Anfang an einplanen solltest:

  • 30 Kalendertage bezahlter Urlaub im Jahr, davon mindestens 15 Tage am Stück
  • zwei Sonderzahlungen pro Jahr, üblicherweise im Juni und Dezember
  • maximal 40 Wochenstunden plus vereinbarte Anwesenheitszeiten
  • bezahlte freie Tage an den gesetzlichen Feiertagen
  • Lohnfortzahlung und Absicherung bei Krankheit über die Seguridad Social

Beenden kannst du das Arbeitsverhältnis über das sogenannte Desistimiento. Seit der Reform von 2022 brauchst du dafür einen nachvollziehbaren Grund, etwa weniger Haushaltseinkommen, veränderte familiäre Bedürfnisse oder einen Vertrauensverlust. Du musst schriftlich kündigen, den Grund nennen und eine Abfindung von zwölf Tageslöhnen pro Beschäftigungsjahr zahlen, gedeckelt auf sechs Monatslöhne. Die Vorwarnfrist beträgt 20 Tage ab einem Jahr Betriebszugehörigkeit, davor sieben Tage.

Achtung: Formfehler werden teuer

Eine mündliche Kündigung ohne Grund und ohne gleichzeitige Zahlung der Abfindung kann vor Gericht als unwirksame Entlassung eingestuft werden, mit deutlich höherer Entschädigung. Halte Kündigung, Grund und Abrechnung immer schriftlich fest.

Häufige Fragen

Muss ich eine Putzhilfe anmelden, die nur zwei Stunden pro Woche kommt?

Ja. Die Anmeldepflicht gilt ab der ersten Arbeitsstunde, einen Mindestumfang gibt es nicht. Bei weniger als 60 Monatsstunden kann die Hausangestellte die Anmeldung auf Wunsch selbst erledigen, verantwortlich bleibt aber der Haushalt, der sie beschäftigt.

Was passiert, wenn ich nicht anmelde?

Schwarzarbeit im Haushalt gilt als schwerer Verstoß. Die Arbeitsinspektion kann Beiträge nachfordern und Bußgelder verhängen. Dazu kommt das Haftungsrisiko: Verletzt sich eine nicht angemeldete Hilfe bei der Arbeit, bleibst du auf den Folgekosten sitzen.

Gilt der Mindestlohn auch bei Kost und Logis?

Sachleistungen wie Unterkunft und Verpflegung dürfen den Barlohn nur begrenzt ersetzen. Mindestens der Mindestlohn in Geld muss bei Vollzeit garantiert bleiben, Abzüge für Kost und Logis sind nur oberhalb dieser Grenze und mit Vereinbarung zulässig.

Fazit

Eine Haushaltshilfe legal zu beschäftigen kostet auf Mallorca etwas Aufwand bei der ersten Anmeldung und danach vor allem Disziplin bei Lohn und Beiträgen. Die Eckdaten für 2026: mindestens 9,55 EUR pro Stunde, bei Vollzeit 1.221 EUR brutto in 14 Zahlungen, dazu die über Abschläge verbilligten Sozialbeiträge. Angemeldet wird vor dem ersten Arbeitstag über Importass, ab vier Wochen gehört ein schriftlicher Vertrag dazu. Wer das einmal sauber aufgesetzt hat, hat laufend wenig Arbeit damit, zur Not übernimmt eine Gestoría die Abrechnung. Der informelle Weg spart kurzfristig Geld, trägt aber das Risiko von Nachzahlungen, Bußgeldern und Haftung bei Unfällen. Das ist es selten wert.

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