Mallorca

Tauchen Mallorca: Die besten Tauchspots und Tauchschulen

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Sandor Farkas

Sandor Farkas

Mallorca-Experte & Autor

Tauchen Mallorca ist viel mehr als nur ein nettes Urlaubsextra: Wer einmal mit einer Flasche auf dem Rücken unter die Wasseroberfläche der Balearen abgetaucht ist, versteht, warum die Insel zu den beliebtesten Tauchrevieren im westlichen Mittelmeer gehört. Glasklare Sicht von 20 bis 30 Metern, abwechslungsreiche Felsformationen, kleine Höhlen und mehrere Meeresschutzgebiete machen das Reviere besonders. In diesem Guide zeige ich dir die besten Tauchspots Mallorca, die wichtigsten Tauchschulen und worauf du bei Kursen, Ausrüstung und Sicherheit achten solltest, egal ob du blutiger Anfänger oder erfahrener Divemaster bist.

Auf Mallorca tauchen das ganze Jahr über Hunderte von Tagestauchern und Kursteilnehmern. In der Hochsaison von Mai bis Oktober ist die Sicht am besten, das Wasser angenehm warm und fast jede Tauchschule fährt täglich zwei bis drei Bootstouren raus.

Tauchen Mallorca: Bedingungen, Sicht und Saison

Die Wassertemperaturen rund um Mallorca schwanken zwischen 14 Grad im Februar und 27 Grad im August. Die Hauptsaison fürs Tauchen Mallorca beginnt offiziell im April mit Temperaturen ab 16 Grad und endet im November bei knapp 20 Grad. Aktuelle Werte für Wind, Wellengang und Wassertemperatur findest du jederzeit beim spanischen Wetterdienst AEMET (Strandvorhersage), was vor jedem Tauchgang Pflichtblick sein sollte.

Sichtweiten von 20 bis 30 Metern sind im Sommer die Regel, an manchen ruhigen Frühherbsttagen sogar bis 40 Meter. Im Frühjahr drücken Plankton und gelegentliche Algenblüten die Sicht auf 8 bis 15 Meter, was viele Tauchlehrer zugleich für die Ausbildung schätzen, weil dann die Schwebeteilchen weniger ablenken. Die Strömung im Mittelmeer ist generell schwach, doch an exponierten Steilwänden im Norden, etwa rund um die Halbinsel Formentor, kann sie spürbar werden.

Typische Bewohner, denen du beim Abtauchen begegnest:

  • Zackenbarsche und Brassen in mittleren Tiefen zwischen 10 und 25 Metern
  • Oktopusse, Sepien und Tintenfische, häufig zwischen Felsspalten und in Posidonia-Wiesen
  • Mondfische und Barrakuda-Schwärme im Spätsommer entlang der Steilkanten
  • Drachenköpfe und Muränen an Wracks und in Felsüberhängen
  • Geigenrochen, Adlerrochen und gelegentlich Mantarochen im Bereich der Meeresschutzgebiete

Die besten Tauchspots Mallorca: Top-Reviere im Überblick

Die Insel teilt sich grob in vier Tauchgebiete, jedes mit eigener Charakteristik. Wer Tauchspots Mallorca sucht, sollte mindestens zwei Reviere kombinieren, denn der Norden taucht sich völlig anders als der Südwesten.

Im Südwesten liegt das Meeresreservat Illa del Toro vor Santa Ponsa. Die kleine Insel bildet zusammen mit den Felsen "Las Malgrats" eine geschützte Zone, in der Fischfang und Verankern verboten sind. Die Folge ist eine Artenvielfalt, die im westlichen Mittelmeer ihresgleichen sucht. Mehr Hintergrund zum Schutzstatus findest du beim balearischen Umweltministerium auf der Seite zur Reserva Marina Illa del Toro. Tauchgang-Tiefen liegen zwischen 5 und 35 Metern, geeignet für alle Brevet-Stufen.

Im Nordosten rund um Cap de Formentor und Cala Sant Vicenç findest du die spektakulärsten Steilwände. Mauern, die senkrecht von 5 auf 60 Meter abfallen, verbunden mit gelegentlichen Strömungen, machen diese Spots zu Drift-Klassikern für Fortgeschrittene. Empfehlenswert ist der Spot "El Diablo" östlich von Punta de la Avanzada.

Im Osten zwischen Porto Cristo, Cala Mendia und Porto Colom dominieren Höhlen und Tunnel. Hier liegen viele der berühmtesten Höhlentauchgänge der Insel, darunter "Cova del Diábolo" und "Cova des Coloms", oft kombiniert mit einem Wandtauchgang. Die meisten Schulen verlangen ein Cavern Diver Brevet ab Open Water Advanced.

Im Süden bei Cala d'Or und Colònia de Sant Jordi locken sandige Plateaus, kleine Wracks und das Meeresreservat Migjorn vor Es Trenc. Wer Mallorca als Familie erkundet, kombiniert das Tauchen gut mit den klassischen Outdoor- und Sportangeboten der Insel, zum Beispiel einer geführten Wanderung am Vormittag und einem entspannten Tauchgang am Nachmittag.

Tipp: Mit dem Boot tauchen lohnt sich fast immer

Viele der schönsten Spots sind nur per Boot in 10 bis 20 Minuten erreichbar. Bootstauchgänge kosten in der Hochsaison rund 60 bis 90 Euro inklusive Flasche und Blei. Plane deinen Urlaub so, dass du mindestens zwei Bootstauchgänge an unterschiedlichen Spots machst. Der Unterschied zwischen einem flachen Hausriff vom Strand und einer 30 Meter tiefen Steilwand am Toro ist enorm.

Tauchschule Palma und inselweite Anbieter im Vergleich

Eine Tauchschule Palma zu finden ist einfach, denn entlang der Küste vom Hafen bis Cala Major reihen sich gut ein Dutzend Anbieter. Die Auswahl der richtigen Schule entscheidet aber über deine Sicherheit und das Niveau der Ausbildung. Achte auf diese Punkte:

  1. Brevet-Vergabe: PADI, SSI, CMAS oder NAUI sollten klar kommuniziert sein. PADI dominiert auf der Insel, SSI legt zu.
  2. Gruppengröße: Maximal vier Taucher pro Tauchlehrer ist in Spanien gesetzlich vorgeschrieben, viele gute Schulen tauchen freiwillig zu zweit.
  3. Boots-Logistik: Eigene Boote oder gecharterter Plätze auf einem Tauchschiff sind Pflicht, denn nur so erreichst du Reservate.
  4. Sprache: Deutsch, Englisch und Spanisch sind in den meisten Schulen Standard, manche Anbieter haben gezielt deutschsprachige Instructors.
  5. Versicherung: Frag nach DAN-Mitgliedschaft (Divers Alert Network) und der Pflicht-Haftpflicht "responsabilidad civil" in Spanien.

Empfehlenswerte Anbieter sind unter anderem Albatros Diving in Palmanova, Aqua Marine Diving in Santa Ponsa, Octopus Dive Center in Cala Ratjada, Big Blue Diving in Porto Petro und Skualo an mehreren Standorten von Cala Mesquida bis Porto Colom. Wenn du noch keine Auslandskrankenversicherung mit Tauchabdeckung hast, lohnt sich vorher ein Blick in unseren Ratgeber zur Krankenversicherung in Spanien, denn nicht jede Reisepolice deckt Tauchunfälle bis 30 Meter ab. Für eine Tauchschule Palma im engeren Sinn kommen vor allem die Stationen rund um Portitxol und Cala Major infrage. Wer als Resident regelmässig taucht, sollte zudem die Mitgliedschaft im "Federación Balear de Actividades Subacuáticas" prüfen, das gibt dir eine bezahlbare Sportlizenz und Versicherung für mehrere Tauchgänge im Jahr.

PADI Kurs Mallorca: Vom Schnuppertauchen zum Divemaster

Ein PADI Kurs Mallorca ist die typische Eintrittskarte ins Hobby. Die wichtigsten Stufen im Überblick:

  • Discover Scuba Diving: Schnuppertauchen mit Tauchlehrer ab 12 Jahren, Dauer ein halber Tag, Kosten 75 bis 110 Euro.
  • Open Water Diver: Erstbrevet, vier Tage, fünf Tauchgänge bis 18 Meter, 380 bis 480 Euro inklusive Material.
  • Advanced Open Water: Aufbaukurs mit Tieftauchen bis 30 Meter und Spezial-Tauchgängen, zwei bis drei Tage, 280 bis 360 Euro.
  • Rescue Diver: Sicherheitstraining mit Notfallszenarien, drei Tage, 320 bis 400 Euro.
  • Divemaster: Tauchprofi-Stufe, mehrere Wochen, 1.200 bis 1.800 Euro mit Praktikum.

Die meisten Schulen rechnen Kursgebühren in zwei Tranchen ab, eine bei Anmeldung und eine vor dem ersten Tauchgang. Inklusive sind in der Regel Lehrbuch oder eLearning-Code, Mietausrüstung, Boot und Brevet-Gebühr. Was meist extra kostet: Logbuch, Tauchcomputer-Miete und Foto-Pakete vom Tauchlehrer. Wer Mallorca länger erkundet und ein eigenes Auto braucht, schaut auch in unseren Guide für Mietwagen-Tipps und Verkehrsregeln auf Mallorca, denn viele Tauchbasen liegen ausserhalb der Bus-Hauptachsen.

Höhlentauchen Mallorca und das Meeresreservat als Highlights

Höhlentauchen Mallorca ist eine eigene Disziplin und nicht zu verwechseln mit "Cavern Diving" im Bereich der einsehbaren Höhlenausgänge. Wer die echten Tunnel von "Coves del Pirata" oder "Sa Gleda" erkunden will, braucht das PADI Cavern oder Tec Cave Brevet sowie Ausrüstung mit zwei unabhängigen Atemreglern und Fadenführung. Ohne Zertifizierung führt dich keine seriöse Schule weiter als den ersten Lichtkegel. Sicherheit geht hier wirklich vor.

Für Anfänger sind die Halbhöhlen vor Cala Falcó und Cala Pi am eindrucksvollsten. Dort tauchst du nie weiter als 15 Meter unter Wasser in einen mit Tageslicht durchfluteten Eingangsbereich, was schon enorm beeindruckt. Im Meeresreservat Mallorca an der Illa del Toro oder vor Migjorn herrscht dagegen das volle Spektakel der Artenvielfalt: Adlerrochen, Brassenschulen und im September manchmal sogar Mondfische. Wer die Schutzgebiete besucht, sollte sich an die Zonenregeln halten, denn Patrouillen der Guardia Civil del Mar kontrollieren regelmässig.

Achtung: Tauchen und Fliegen

Plane mindestens 18 Stunden zwischen deinem letzten Tauchgang und dem Rückflug ein. Bei mehreren Tauchtagen oder Dekompressions-Tauchgängen werden 24 Stunden empfohlen. Wer am Abreisetag noch taucht, riskiert eine Dekompressionskrankheit im Flugzeug und ein Krankenhaus auf Mallorca, was den Heimflug schnell um Tage verschiebt. Auch das Schnuppertauchen mit dem Tauchlehrer fällt unter diese Regel.

Fazit: Tauchen Mallorca lohnt sich für jeden Tauchertyp

Tauchen Mallorca verbindet die Bequemlichkeit einer modernen Urlaubsinsel mit der Vielfalt eines erstklassigen Mittelmeer-Reviers. Vom Schnuppertauchen in der ruhigen Bucht über den ersten PADI-Kurs bis zum technischen Höhlentauchen findest du innerhalb weniger Bootsminuten alles, was das Tauchherz begehrt. Wenn du das erste Mal tauchst, buche ein Schnuppertauchen mit einer geprüften Schule, plane mindestens drei Tauchtage in deinen Urlaub ein und kombiniere mindestens einen Bootstauchgang im Meeresreservat. Achte auf seriöse Versicherung, kleine Gruppen und vernünftige Saison-Bedingungen, dann wird der Unterwasser-Mallorca-Urlaub eine Erinnerung fürs Leben.

Wer Tauchen mit weiteren Outdoor-Erlebnissen kombinieren möchte, findet in unserem Ratgeber zu Freizeit und Sport auf Mallorca viele Ideen für aktive Tage zwischen Wandern, Kajak und Schnorcheln. So schöpfst du das volle Potenzial der Insel über und unter Wasser aus.