Tapas auf Mallorca - 15 Gerichte die du probieren musst
Sandor Farkas
Mallorca-Experte & Autor
Wer auf Mallorca ankommt, merkt schnell: Essen ist hier mehr als Nahrungsaufnahme - es ist ein soziales Erlebnis. Tapas auf Mallorca sind der Beweis dafür. Die Insel hat ihre eigene Küchentradition, die spanische Klassiker mit balearischen Spezialitäten verbindet. Ob in einer Tapas-Bar in Palmas Altstadt, an einem Hafen in Pollença oder bei einem lokalen Wochenmarkt - die mallorquinischen Gerichte erzählen von der Geschichte und den Produkten der Insel.
In diesem Artikel lernst du die 15 Gerichte kennen, die du auf Mallorca unbedingt probieren solltest.
Die Grundlagen der mallorquinischen Küche
Die Küche Mallorcas ist geprägt von frischen, lokalen Zutaten. Olivenöl, Mandeln, Schweinefleisch, Meeresfrüchte und Gemüse spielen eine zentrale Rolle. Viele Gerichte stammen aus der Bauernküche - einfach, sättigend und geschmacksintensiv.
Was Tapas auf Mallorca von der spanischen Festlandküche unterscheidet, ist der starke Einfluss arabischer und katalanischer Einflüsse. Die Mauren haben über Jahrhunderte Spuren hinterlassen, besonders in der Verwendung von Mandeln, Honig und Gewürzen. Wer also mehr über die mallorquinische Alltagskultur erfahren möchte, findet unseren Ratgeber zu Restaurants und Essen auf Mallorca hilfreich.
Die 15 besten Tapas auf Mallorca
Hier sind die Gerichte, die du dir nicht entgehen lassen solltest:
- Pa amb oli - Das mallorquinische Nationalgericht schlechthin. Geröstetes Brot, mit einer reifen Tomate eingerieben und mit Olivenöl beträufelt. Oft wird es mit Schinken (jamón), Käse oder Sobrassada serviert.
- Sobrassada - Die charakteristische Rohwurst der Insel aus Schweinefleisch und getrocknetem Paprika. Sie ist weich und streichfähig - ideal auf Pa amb oli.
- Croquetes - Kroketten auf spanisch. In Mallorca werden sie häufig mit Bacallà (Stockfisch), Spinat oder Serrano-Schinken gefüllt.
- Patatas bravas - Knusprige Kartoffelwürfel mit pikanter Sauce. Ein Klassiker, der auf keiner Tapas-Karte fehlt.
- Gambas al ajillo - Garnelen in Knoblauch-Öl, scharf und aromatisch. Am besten frisch aus dem Cazuela-Tontopf.
- Ensaimada - Das süße Schneckengebäck aus Mallorca ist weltberühmt. Als Tapas ungewöhnlich, aber als Frühstück oder Nachtisch ein Muss.
- Calamars a la romana - Frittierte Tintenfischringe, in Mallorca besonders frisch und knusprig.
- Frit mallorquí - Ein kräftiges Gericht aus Innereien, Kartoffeln, Paprika und Fenchel. Typisch für die bäuerliche Küche der Insel.
- Tumbet - Geschichtetes Gemüse (Auberginen, Zucchini, Kartoffeln, Paprika) mit Tomatensauce, ähnlich dem provenzalischen Ratatouille.
- Bacallà - Gesalzener und getrockneter Stockfisch, in der mallorquinischen Küche auf viele Arten zubereitet - gebraten, mit Gemüse oder als Croqueta.
- Pamboli amb formatge - Pa amb oli mit lokalem Käse, zum Beispiel aus Menorca oder von kleinen mallorquinischen Produzenten.
- Buñuelos de viento - Leichte Brandteigbällchen, in der Fastenzeit und zu Sant Joan sehr beliebt.
- Arròs brut - "Schmutziger Reis" klingt wenig appetitlich, ist aber ein herzhaftes Reisgericht mit Gemüse, Fleisch und Gewürzen aus der Tramuntana-Region.
- Lomo con col - Schweinefilet in Kohl gewickelt, ein Klassiker der mallorquinischen Hausmannskost.
- Carabassat - Kandierter Kürbis, der als kleine Süßigkeit nach dem Essen gereicht wird. Ein Geheimtipp für alle mit süßem Zahn.
Tipp: Beste Tapas-Erfahrung in Palma
Für authentische Tapas auf Mallorca lohnt sich ein Besuch im Viertel Santa Catalina in Palma. Die Gassen rund um den Markt Mercat de Santa Catalina sind gesäumt von kleinen Bars und Restaurants, die frische lokale Produkte servieren. Am besten abends ab 20 Uhr hingehen, wenn die Einheimischen kommen.
Wo du die besten Tapas auf Mallorca findest
In Palma gibt es mehrere Viertel, die für ihre Gastronomie bekannt sind:
Santa Catalina ist das trendigste Essviertel der Stadt. Hier wechseln sich moderne Tapas-Bars mit traditionellen Bodegas ab. Der Mercat de Santa Catalina ist tagsüber ein belebter Markt und abends eine Foodhall mit verschiedenen Ständen.
La Lonja und die Altstadt (Casco Antiguo) sind ebenfalls voll mit guten Lokalen, oft in historischen Palazzi untergebracht. Hier findet man sowohl günstige Menú-del-día-Angebote als auch feine Restaurantes.
El Terreno ist weniger touristisch und bietet authentische Küche zu fairen Preisen.
Außerhalb von Palma lohnen sich Ausflüge nach Sóller, Pollença und Alcúdia, wo die Tapas-Kultur am Hafen und auf den Plazas besonders lebendig ist.
Typische Tapas-Preise auf Mallorca
Was kostet Tapas-Essen auf Mallorca? Grob gesagt:
- Einfache Tapas (pa amb oli, patatas bravas): 3-6 Euro
- Mittlere Tapas (croquetes, calamars): 5-9 Euro
- Hochwertige Tapas (gambas, Fischgerichte): 10-18 Euro
- Getränke (Bier, Wein, Cava): 2-5 Euro
Für ein vollständiges Tapas-Abendessen für zwei Personen solltest du mit 40-70 Euro inklusive Getränken rechnen. In touristischen Gegenden wie dem Passeig Marítim kann es teurer sein.
Achtung: Touristenfallen vermeiden
Restaurants direkt an der Uferpromenade oder in der unmittelbaren Nähe der Kathedrale in Palma haben oft überhöhte Preise und eine eher mittelmäßige Qualität. Laufe ein paar Gassen in die Altstadt hinein und suche Lokale, in denen Einheimische sitzen - das ist immer ein gutes Zeichen.
Tapas-Touren und Kochkurse
Wenn du die mallorquinische Küche tiefer kennenlernen möchtest, bieten sich geführte Tapas-Touren an. Dabei begleitest du einen lokalen Guide durch verschiedene Bars und probierst jeweils ein bis zwei Gerichte. So lernst du in zwei bis drei Stunden mehr über die Esskultur als in einer Woche alleine.
Auch Kochkurse sind eine tolle Option: Du lernst, wie man pa amb oli, tumbet oder sobrassada selbst zubereitet - und nimmst Rezepte mit nach Hause. Mehr dazu findest du in unserem Ratgeber zu Restaurants und Erlebnissen auf Mallorca.
Fazit
Tapas auf Mallorca sind weit mehr als Snacks - sie sind ein Einblick in die Esskultur der Insel. Von der einfachen Sobrassada auf knusprigem Brot bis zum Arròs brut aus der Tramuntana hat die mallorquinische Küche für jeden Gaumen etwas zu bieten. Nimm dir Zeit, verschiedene Bars und Viertel auszuprobieren, und lass dich von den Einheimischen inspirieren.
Unser Tipp für den Einstieg: Starte mit pa amb oli in einer klassischen Bodega - und lass das Abenteuer seinen Lauf nehmen. Wer die Gerichte noch tiefer erkunden möchte, bucht am besten eine geführte Food-Tour oder einen Kochkurs.