Mallorca

Schulanmeldung auf Mallorca: Fristen, Zonen und Ablauf

7 min read#schulanmeldung mallorca
Sandor Farkas

Sandor Farkas

Gründer und Redaktion von Mallorca Plus

Begleitet Auswanderer und Residenten bei Behörden-, Wohn- und Alltagsfragen rund um das Leben auf Mallorca.

Die Schulanmeldung auf Mallorca folgt einem festen Jahresrhythmus, und wer ihn kennt, erspart sich viel Unsicherheit. Seit dem Schuljahr 2026/27 regelt erstmals eine einzige Verordnung der Conselleria d'Educació das komplette Verfahren von der Krippe bis zum Bachillerat, und Palma hat den Umstieg auf eine einheitliche Schulzone abgeschlossen. Dieser Beitrag erklärt, wann du dein Kind anmeldest, wie das Punktesystem bei der Platzvergabe funktioniert, welche Unterlagen deutsche Familien brauchen und was gilt, wenn ihr mitten im Schuljahr auf die Insel zieht. Einen Überblick über das Schulsystem selbst und die Schulformen findest du im Ratgeber Kindergarten und Schule auf Mallorca.

Auf einen Blick

Die Anmeldung an öffentlichen und konzertierten Schulen der Balearen läuft einmal im Jahr im Frühjahr: für die Krippe im April, für Kindergarten, Grundschule und ESO im Mai, für das Bachillerat im Juni. Plätze werden über ein Punktesystem vergeben, bei dem Geschwister und der Wohnsitz am meisten zählen. Wer außerhalb der Fristen ankommt, meldet sein Kind über das Schulamt an und bekommt ebenfalls einen Platz zugewiesen.

Ein Verfahren für alle Stufen

Die Escolarización ist das amtliche Anmeldeverfahren für einen Platz an öffentlichen und staatlich mitfinanzierten Schulen (Centros Concertados) auf den Balearen. Es legt fest, in welchem Zeitraum Familien ihre Wunschschulen angeben, nach welchen Kriterien die Plätze vergeben werden und wie die anschließende Einschreibung abläuft.

Neu ist seit dem Kurs 2026/27, dass eine einzige Verordnung alle Stufen von 0 bis 18 Jahren abdeckt. Vorher galten für Krippe, Schule und Bachillerat getrennte Regelwerke mit eigenen Abläufen. Für Eltern ändert das vor allem eines: Die Kriterien und Formulare sind jetzt über alle Stufen hinweg gleich aufgebaut, und alles läuft über das zentrale Anmeldeportal der Conselleria. Dort stehen auch die Kalender, die Zonenkarten und der Online-Antrag.

Zwei Dinge solltest du als deutsche Familie von Anfang an wissen. Erstens: Die Schulpflicht gilt in Spanien von 6 bis 16 Jahren, die Rahmenregeln setzt das spanische Bildungsministerium. Ein schulpflichtiges Kind bekommt immer einen Platz, auch mitten im Schuljahr. Zweitens: Die Krippenjahre (0 bis 3) sind freiwillig, die Plätze aber knapp. Für 2026/27 hat die Conselleria rund 1.200 neue Plätze in diesem Bereich genehmigt, trotzdem übersteigt die Nachfrage in vielen Gemeinden das Angebot.

Fristen: der Jahresrhythmus der Anmeldung

Das Verfahren läuft jedes Frühjahr nach demselben Muster ab. Für das Schuljahr 2026/27 sahen die Fristen so aus:

  • Ende März: Adscripción, also der vereinfachte Übergang an die zugeordnete weiterführende Schule (2026: 26. März bis 1. April)
  • April: Antragsfrist für die Krippenjahre 0 bis 3 (2026: 13. bis 21. April)
  • Mai: Antragsfrist für Kindergarten ab 3, Grundschule, ESO und Sonderpädagogik (2026: 4. bis 14. Mai)
  • Juni: Antragsfrist für das Bachillerat (2026: 19. bis 25. Juni)
  • Ende Juni bis Juli: Veröffentlichung der Listen und verbindliche Einschreibung (Matrícula) an der zugewiesenen Schule

Die genauen Tage verschieben sich von Jahr zu Jahr um einige Tage, der Rhythmus bleibt. Wenn du also einen Umzug planst und dein Kind zum Schuljahresbeginn im September starten soll, richte deinen Zeitplan am Frühjahr davor aus. Der Antrag lässt sich online mit Cl@ve oder digitalem Zertifikat stellen, alternativ auf Papier direkt an der Schule deiner ersten Wahl.

Achtung: Matrícula nicht vergessen

Ein zugeteilter Platz verfällt, wenn du die Einschreibung im Sommer verpasst. Die Zuteilung ist nur eine Zusage, erst die Matrícula an der Schule macht sie verbindlich. Trage dir beide Fristen ein, sobald die Listen veröffentlicht sind.

Schulzonen und die Zona única

Bis vor wenigen Jahren war Palma in mehrere Schulzonen aufgeteilt, und der Wohnsitz in der richtigen Zone brachte entscheidende Punkte für die Wunschschule. Damit ist Schluss: Nach einer Übergangsphase mit zwei Zonen bildet Palma inzwischen eine einzige Schulzone. Zum Kurs 2026/27 hat die Conselleria die Zona única außerdem auf die meisten Gemeinden Mallorcas und Menorcas ausgeweitet.

Für dich heißt das: Du kannst innerhalb deiner Gemeinde jede Schule als Erstwunsch angeben, ohne wegen der Adresse Punkte zu verlieren. Die Wahlfreiheit ist damit deutlich größer als früher, gerade in Palma mit seinem dichten Angebot an öffentlichen und konzertierten Schulen. In der Praxis bekommen die meisten Familien ihre Wunschschule: In Palma erhielten im Verfahren für 2025/26 laut Conselleria über 94 Prozent der Familien einen Platz an der Schule ihrer ersten Wahl.

Ganz bedeutungslos ist der Wohnort trotzdem nicht. Die Nähe zwischen Wohnung und Schule zählt weiterhin im Punktesystem, nur eben bezogen auf das Einzugsgebiet der jeweiligen Schule statt auf starre Stadtteilgrenzen. Die aktuellen Karten stehen im Anmeldeportal.

Punktesystem: So vergeben die Schulen ihre Plätze

Gibt es an einer Schule mehr Anträge als Plätze, entscheidet der Baremo, ein Kriterienkatalog mit Punkten. Die wichtigsten Posten im Verfahren 2026/27: Ein Geschwisterkind an der Schule bringt 3,5 Punkte, jedes weitere 2 Punkte. Der Wohnsitz im Einzugsgebiet bringt bis zu 5,5 Punkte, gestaffelt nach der Dauer der Anmeldung bei der Gemeinde. Statt des Wohnsitzes kannst du auch den Arbeitsplatz eines Elternteils geltend machen, beides zusammen geht nicht. Dazu kommen Punkte für niedriges Familieneinkommen, kinderreiche Familien und weitere Sonderfälle.

Der Hebel für Neuankömmlinge steckt im Detail: Die Wohnsitzpunkte hängen am Empadronamiento, und ein Teil davon setzt voraus, dass die Anmeldung schon ein oder zwei Jahre besteht. Erledige das Empadronamiento bei deiner Gemeinde deshalb so früh wie möglich, es ist ohnehin die Grundlage für fast alle weiteren Behördengänge. Geschwisterpunkte sind der stärkste Einzelfaktor, weshalb Familien mit mehreren Kindern gut daran tun, die Schulwahl vom ältesten Kind her zu denken.

Unterlagen, Quereinstieg und Kosten

Für den Antrag brauchst du im Kern diese Unterlagen: Pass oder Personalausweis der Eltern samt NIE, ein Identitätsdokument des Kindes, das Libro de Familia oder eine internationale Geburtsurkunde als Nachweis des Sorgerechts, die Empadronamiento-Bescheinigung und je nach geltend gemachten Punkten Belege wie Arbeitsvertrag oder Familienbuch. Deutsche Urkunden nimmt die Verwaltung in der Regel als internationale Fassung oder mit vereidigter Übersetzung an. Schulzeugnisse aus Deutschland musst du für die Pflichtschuljahre nicht anerkennen lassen, das Kind wird nach Alter eingestuft.

Kann ich mein Kind auch außerhalb der Fristen anmelden? Ja. Wer nach dem regulären Verfahren ankommt, stellt den Antrag über das Schulamt (Oficina d'Escolarització) oder direkt bei der Conselleria. Schulpflichtige Kinder bekommen einen Platz an einer Schule mit freien Kapazitäten zugewiesen, die Wunschschule ist dabei aber nicht garantiert.

Bleibt die Frage nach dem Geld. Öffentliche Schulen sind gebührenfrei, es fallen nur Kosten für Material, Ausflüge und meist die Schulkantine an. Konzertierte Schulen sind staatlich mitfinanziert und verlangen daneben freiwillige Elternbeiträge, deren Höhe je nach Schule stark schwankt. Reine Privatschulen, darunter die internationalen und deutschen Schulen der Insel, kosten je nach Einrichtung und Stufe mehrere tausend Euro im Jahr. Welche Schulform für euch passt und wie der Alltag dort aussieht, haben wir im Eltern-Guide zu Kindergarten und Schule ausführlicher beschrieben.

Tipp: Vor der Wahl die Schule besuchen

Viele Schulen bieten im Februar und März Tage der offenen Tür (Jornades de Portes Obertes) an, kurz bevor die Antragsfrist beginnt. Nutze sie. Der Eindruck vor Ort sagt mehr über eine Schule als jede Statistik, und du merkst schnell, wie das Kollegium mit ausländischen Familien umgeht.

Fazit

Die Schulanmeldung auf Mallorca ist planbar, wenn du den Jahresrhythmus kennst: Adscripción Ende März, Krippe im April, Schule im Mai, Bachillerat im Juni, Einschreibung im Sommer. Die neue Sammelverordnung und die Zona única haben das Verfahren einfacher und die Schulwahl freier gemacht, und mit über 94 Prozent Erstwunsch-Quote in Palma stehen die Chancen auf die Wunschschule gut. Kümmere dich früh um das Empadronamiento, halte die Unterlagen mit Übersetzungen bereit und verpasse die Matrícula nicht. Und wenn ihr außerhalb der Fristen ankommt: Das Schulamt weist deinem Kind auch mitten im Schuljahr einen Platz zu, verloren geht hier niemand.

Anzeige

Partnerempfehlung

Spanisch lernen vor dem Schulstart

Elterngespräche, Formulare, Elternabende: Wer die Schulzeit seiner Kinder begleiten will, kommt ohne Spanisch nicht weit. Mit Babbel lernst du in kurzen Lektionen genau das Alltagsspanisch, das du dafür brauchst.