Mallorca

Cap de Formentor - Mallorcas spektakulärster Aussichtspunkt

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Sandor Farkas

Sandor Farkas

Mallorca-Experte & Autor

Wer Mallorca in all seiner Schönheit erleben will, kommt am Cap de Formentor nicht vorbei. Die Nordspitze der Insel gilt als eines der spektakulärsten Naturwunder der Balearen. Steile Klippen, türkisblaues Meer und die wildromantische Serra de Tramuntana treffen hier auf einen der fotogensten Leuchttürme Spaniens. Egal ob du als Urlauber nur wenige Tage auf Mallorca bist oder als Resident nach einem perfekten Sonntagsausflug suchst: Das Cap de Formentor bietet ein Erlebnis, das sich tief einprägt.

In diesem Guide bekommst du alles, was du für deinen Ausflug brauchst. Du erfährst, wie du hinkommst, welche Aussichtspunkte sich lohnen, wann die beste Reisezeit ist und welche Geheimtipps dir Touristenströme ersparen.

Warum das Cap de Formentor Pflichtprogramm auf Mallorca ist

Das Cap de Formentor liegt am nördlichsten Zipfel der Insel, rund 20 Kilometer nordöstlich von Port de Pollença. Die schmale Halbinsel ragt wie ein steiniger Finger ins Mittelmeer und endet am berühmten Faro de Formentor, dem Leuchtturm auf 210 Metern Höhe. Die Landschaft ist Teil der UNESCO-Welterberegion Serra de Tramuntana und zählt laut dem offiziellen Tourismusportal des Consell de Mallorca zu den meistbesuchten Naturzielen der Insel.

Schon die Anfahrt ist ein Erlebnis. Die kurvige MA-2210 windet sich durch Pinienwälder, vorbei an dramatischen Klippen und schmalen Buchten. An klaren Tagen reicht der Blick bis zur Insel Menorca. Wer auf Mallorca lebt, findet hier eine willkommene Auszeit abseits des Alltags. Tipps für weitere Ausflugsziele findest du in unserem Ratgeber zu Freizeit und Sport auf Mallorca.

Anfahrt zum Cap de Formentor - Auto, Bus oder Bootstour

Die flexibelste Art, die Nordspitze zu erreichen, ist der Mietwagen. Von Palma aus fährst du etwa 75 Minuten über die Autobahn Ma-13 Richtung Alcúdia und weiter nach Port de Pollença. Dort beginnt die legendäre Panoramastraße zur Halbinsel. Plane Pausen für Fotos ein: Allein die Strecke ist ein Highlight. Was du bei der Mietwagenbuchung beachten solltest, steht in unserem Mietwagen-Ratgeber.

Achtung: Zufahrtsbeschränkung im Sommer

Zwischen Juni und September ist die Anfahrt mit dem eigenen Auto nach 10 Uhr morgens gesperrt. Du musst dein Fahrzeug am Park Ride Platz bei Port de Pollença abstellen und mit einem Shuttle-Bus weiterfahren. Wer früh startet oder außerhalb der Hauptsaison kommt, spart sich diese Hürde und genießt die Strecke in Ruhe.

Alternativ bringen dich die Busse der Linie 333 und 353 der TIB von Port de Pollença direkt zum Leuchtturm. Aktuelle Fahrpläne findest du beim offiziellen Betreiber Transports de les Illes Balears. Im Sommer verkehren zusätzliche Shuttle-Busse, die den Zufahrtsstau umgehen. Wer lieber stressfrei unterwegs ist, findet in unserem Ratgeber zu öffentlichen Verkehrsmitteln auf Mallorca weitere Informationen.

Besonders spektakulär ist die Anreise per Boot. Von Port de Pollença und Alcúdia starten mehrmals täglich Ausflugsschiffe zur Playa de Formentor und ins offene Meer. So siehst du die Klippen aus einer Perspektive, die sich vom Auto aus nie bietet.

Mirador Es Colomer und die besten Aussichtspunkte

Der wohl bekannteste Aussichtspunkt auf der Halbinsel ist der Mirador Es Colomer, auch Mirador del Mal Pas genannt. Ein kurzer Aufstieg über Steinstufen bringt dich zu einer Plattform, von der du auf die senkrecht abfallenden Klippen und den vorgelagerten Felsen Illa del Colomer blickst. Gerade bei Sonnenuntergang entstehen hier unvergessliche Fotos.

Weitere lohnende Stopps entlang der Strecke:

  • Mirador de la Creueta: Direkt neben dem Mirador Es Colomer gelegen, mit einem kleinen Turm aus dem 17. Jahrhundert.
  • Mirador del Colomer bei Kilometer 6: Weniger besucht, dafür mit freiem Blick auf die zerklüftete Nordküste.
  • Cala Figuera Aussicht: Eine versteckte Bucht, die du von der Straße aus nur erahnen kannst.
  • Playa de Formentor Zufahrt: Perfekt für einen kurzen Badestopp mit Blick auf die Tramuntana.

Tipp: Früh aufstehen lohnt sich doppelt

Wer vor 8 Uhr am Mirador Es Colomer ankommt, hat die Plattform oft fast für sich allein. Dazu kommt das weiche Morgenlicht, das die Klippen in warmen Farben zeigt. Ein Thermoskanne Kaffee und etwas zu essen im Gepäck machen den frühen Start zum Genuss.

Der Leuchtturm Faro de Formentor

Am Ende der Straße erreichst du nach rund 20 Kilometern den Faro de Formentor. Der Leuchtturm wurde 1863 erbaut und thront auf 210 Metern Höhe über dem Meer. Bis zum offiziellen Sonnenaufgang und besonders in den Abendstunden verwandelt sich die Umgebung in ein Fotomotiv. Im kleinen Café neben dem Leuchtturm kannst du einen Kaffee oder frisch gepressten Orangensaft trinken und die Aussicht genießen. Die Preise sind wie an allen Touristenzielen etwas höher, doch der Ausblick entschädigt.

Von der Plattform am Leuchtturm hast du freie Sicht in alle Richtungen. Bei klarer Luft erkennst du die Silhouette der Nachbarinsel Menorca und an ruhigen Tagen siehst du Delfine im offenen Meer. Für Hobbyastronomen ist die Halbinsel außerdem einer der besten Sternenhimmel-Spots der Balearen, weit weg von Lichtverschmutzung.

Playa de Formentor und Geheimtipps entlang der Strecke

Auf halbem Weg zur Nordspitze liegt die Playa de Formentor, ein weißer Sandstrand mit Kiefernbewuchs und türkisfarbenem Wasser. Der Strand ist öffentlich zugänglich, Parkplätze sind in der Hauptsaison gebührenpflichtig. Wer Abgeschiedenheit sucht, wandert weiter zur kleineren Cala Murta oder Cala Figuera, beide nur zu Fuß erreichbar.

Einige Insidertipps, die in Reiseführern oft fehlen:

  1. Talaia d'Albercutx: Ein alter Wachturm, zu dem du über eine Schotterstraße abzweigst. Belohnung ist ein 360 Grad Panorama.
  2. Casas Velles: Ein alter Finca-Komplex nahe des Hotels Formentor, authentisch und ruhig.
  3. Puesto de vigilancia: Eine ehemalige Aussichtsstation der Küstenwache, heute ein stiller Fotospot.
  4. Camí Vell: Ein alter Wanderweg, der abseits der Straße zu versteckten Felsformationen führt.

Wer längere Zeit auf der Insel verbringt, kombiniert den Ausflug gern mit einem Besuch in Pollença oder Alcúdia. Unser Ratgeber zu Freizeit und Sport auf Mallorca gibt dir weitere Ideen für die Nordinsel.

Beste Reisezeit und praktische Hinweise

Die beste Zeit für einen Ausflug zum Cap de Formentor ist das Frühjahr von März bis Mai und der Herbst von September bis November. Das Wetter ist mild, die Straßen sind frei und die Sonnenuntergänge besonders lang. Laut Klimadaten der staatlichen spanischen Wetterbehörde AEMET liegen die Temperaturen im April und Oktober tagsüber zwischen 18 und 23 Grad, ideal zum Wandern und Fotografieren.

Im Hochsommer solltest du dich auf Hitze, starke Sonneneinstrahlung und teils schwierige Parkplatzsituationen einstellen. Im Winter hingegen bietet die Halbinsel dramatisches Licht, leere Aussichtspunkte und häufige Regenbögen nach den Atlantiktiefs. Eine Regenjacke und festes Schuhwerk gehören ganzjährig ins Gepäck.

Wenn du deinen Besuch mit einem Mittagessen krönen willst, lohnt sich ein Stopp in Port de Pollença bei einer der vielen Strandterrassen. Die regionale Küche reicht von mallorquinischen Tapas über frischen Fisch bis hin zu mediterranen Klassikern.

Fazit: Cap de Formentor als Highlight deiner Mallorca-Reise

Das Cap de Formentor gehört zu den eindrucksvollsten Orten der Insel und bietet eine perfekte Mischung aus Natur, Kultur und Fotomotiven. Mit guter Planung, früher Anfahrt und einem Gespür für die Nebensaison erlebst du die Halbinsel fernab vom Trubel. Egal ob du den Sonnenaufgang am Mirador Es Colomer erlebst, auf dem Leuchtturm-Parkplatz die Sterne beobachtest oder einfach an der Playa de Formentor badest: Mallorcas Nordspitze verleiht jedem Besuch der Insel einen Höhepunkt. Nimm dir Zeit, genieße die Strecke und plane ausreichend Pausen ein. Weitere Inspiration für deine Inselrunde findest du in unseren Ratgebern zu Freizeit und Sport auf Mallorca sowie zu öffentlichen Verkehrsmitteln.