Camping auf Mallorca: Campingplätze, Stellplätze und Regeln
Sandor Farkas
Mallorca-Experte & Autor
Wer mit Zelt, Wohnmobil oder Camper durch Europa reist, fragt sich auf Mallorca schnell: Wo darf man hier eigentlich campen? Die Antwort ist kürzer, als viele hoffen. Camping auf Mallorca ist stark reguliert, und Wildcampen außerhalb offizieller Plätze ist generell verboten. Wer das ignoriert, riskiert empfindliche Bußgelder.
Auf einen Blick
Mallorca hat nur wenige offizielle Campingplätze - die Nachfrage übersteigt das Angebot in der Hochsaison deutlich. Wildcampen ist durch das balearische Naturschutzgesetz verboten. Für Wohnmobile gibt es ein wachsendes Netz an Stellplätzen. Wer mit dem Zelt übernachten will, sollte frühzeitig reservieren.
Was das Gesetz zum Camping auf Mallorca sagt
Camping auf Mallorca bezeichnet das Übernachten in Zelten, Wohnmobilen oder Campingbussen auf dafür zugelassenen Flächen. Auf den Balearen ist Wildcampen außerhalb offizieller Plätze grundsätzlich verboten - das regelt das Gesetz 6/1999 zur touristischen Ordnung der Balearen sowie die Naturschutzvorschriften der Insel.
Wer außerhalb eines zugelassenen Platzes campt, riskiert Bußgelder zwischen 100 und 600 Euro. In Naturschutzgebieten wie der Serra de Tramuntana können die Strafen noch deutlich höher ausfallen. Die Kontrollen durch Guardia Civil und den Naturschutzservice IBANAT (Institut Balear de la Natura) sind in den Sommermonaten intensiv.
Erlaubt ist das Campen ausschließlich auf offiziellen Campingplätzen und genehmigten Wohnmobil-Stellplätzen. Vereinzelte Ausnahmen gibt es für Wanderer auf bestimmten Streckenabschnitten des GR-221 - aber auch dort nur auf ausgewiesenen Biwakplätzen und mit Voranmeldung.
Die offiziellen Campingplätze auf Mallorca
Im Vergleich zu anderen Mittelmeerinseln hat Mallorca sehr wenige zugelassene Campingplätze. Auf der gesamten Insel gibt es aktuell nur rund drei bis vier offizielle Plätze, was die Nachfrage besonders in der Hochsaison bei weitem übersteigt.
Camping La Victoria im Norden nahe Alcudia und dem Cap Pinar ist der bekannteste und größte Campingplatz der Insel. Er liegt innerhalb eines Naturschutzgebiets direkt am Meer und ist deshalb sehr beliebt. Wichtig zu wissen: La Victoria ist nur zu Fuß erreichbar - Autos und Wohnmobile können nicht bis zum Platz fahren. Reservierungen laufen über die Verwaltung des Consell de Mallorca, Informationen findest du direkt auf der Website des Consell de Mallorca.
Neben La Victoria gibt es in der Serra de Tramuntana einzelne kleinere Campingbereiche auf dem Wanderweg GR-221. Die Kapazitäten sind begrenzt, und eine Genehmigung des Consell ist Pflicht. Spontan dort auftauchen und zelten ist nicht möglich.
Tipp: Rechtzeitig reservieren
In der Hochsaison von Juli bis August sind Plätze auf Mallorcas Campingplätzen oft Monate im Voraus ausgebucht. Plane mindestens drei bis vier Monate voraus, wenn du in dieser Zeit auf der Insel campen willst.
Stellplätze für Wohnmobile und Camper
Für Wohnmobile und Camper sieht es auf Mallorca etwas besser aus. Die Insel hat in den letzten Jahren ein Netz offizieller Wohnmobil-Stellplätze (Áreas de Autocaravanas) aufgebaut. Mehrere Dutzend Standorte sind verteilt über die ganze Insel zugelassen.
Stellplätze gibt es unter anderem in diesen Regionen:
- Alcudia und Umgebung im Norden
- Porto Colom an der Ostküste
- Cala Ratjada im Nordosten
- Campos im Süden
- Andratx im Südwesten
Die meisten Plätze kosten zwischen 10 und 25 Euro pro Nacht. Ver- und Entsorgungsstationen für Frischwasser und Abwasser sind häufig vorhanden, Strom dagegen nicht überall. Viele Stellplätze lassen sich über Apps wie Park4Night oder Campercontact finden und buchen - praktisch, um aktuelle Verfügbarkeiten zu prüfen.
Achtung: Parkplatz ist kein Stellplatz
Ein Wohnmobil auf einem normalen Parkplatz oder am Straßenrand abzustellen und dort zu übernachten ist in Spanien nicht erlaubt. Auch das Parken am Strand gilt als illegales Campen und kann mit einem Bußgeld geahndet werden.
Wildcampen: Was wirklich möglich ist
Manche Wanderer fragen, ob Biwakieren in der Serra de Tramuntana erlaubt ist. Die ehrliche Antwort: nur in sehr engen Grenzen und mit Genehmigung.
Das Netz der GR-Wanderwege bietet auf der Ruta de Pedra en Sec (GR-221) einige Refugios, also Berghütten mit Schlafplätzen. Eine Übernachtung in einem Refugio fällt nicht unter das Campingverbot. Die Hütten sind bei Wanderern gefragt und müssen im Voraus reserviert werden.
Wer einfach irgendwo auf einer Wiese oder am Strand das Zelt aufschlägt, handelt dagegen illegal - auch wenn es nachts niemand sieht. Im Schutzgebiet Tramuntana, seit 2011 UNESCO-Welterbe, gelten besonders strenge Regeln. Die zuständige Behörde IBANAT informiert auf ihrer offiziellen Website über aktuelle Vorschriften und mögliche Genehmigungen.
Darf man in Mallorcas Naturparks wildcampen? Nein. In den Naturparks der Insel wie s'Albufera, der Serra de Tramuntana und dem Bereich um Cap de Formentor gilt ein absolutes Campingverbot. Ausnahmen existieren nur für zugelassene Biwakplätze auf dem GR-221 - mit Voranmeldung beim Consell de Mallorca.
Haustiere auf dem Campingplatz
Wer mit Hund campen will, sollte vor der Buchung prüfen, ob der jeweilige Platz Haustiere erlaubt. Auf Camping La Victoria sind Hunde beispielsweise nicht zugelassen. Viele Wohnmobil-Stellplätze erlauben Hunde gegen Aufpreis, erwarten aber Anleinpflicht.
Allgemein gilt auf Mallorca auf öffentlichen Flächen Leinenpflicht für Hunde. An Stränden nahe Campingplätzen sind Hunde im Sommer meist verboten. Alles Wichtige dazu findest du im Ratgeber Haustiere auf Mallorca.
Was Residenten wissen sollten
Für Menschen, die dauerhaft auf der Insel leben, ist Camping in erster Linie eine Freizeitoption - besonders beliebt für Wochenendausflüge im Frühjahr und Herbst, wenn weniger Touristen unterwegs sind. Wohnmobil-Stellplätze sind in diesen Monaten deutlich leichter zu bekommen als im Sommer.
Wer ein Wohnmobil kaufen oder mieten und die Insel so erkunden will, findet im Blog-Beitrag Wohnmobil-Tour durch Mallorca eine detaillierte Übersicht zu Routen und Stellplätzen.
Für Outdoor-Aktivitäten ohne Übernachtung lohnt sich auch ein Blick auf die vielen Möglichkeiten im Bereich Freizeit und Sport: von Kajaktouren über Klettern bis zu geführten Wanderungen in der Tramuntana.
Fazit
Camping auf Mallorca ist möglich, aber deutlich eingeschränkter als auf dem spanischen Festland oder in anderen Mittelmeerländern. Wildcampen ist verboten, offizielle Campingplätze sind rar und in der Hauptsaison schnell ausgebucht. Wer mit dem Wohnmobil kommt, hat durch das wachsende Stellplatznetz mehr Optionen - muss aber auf offiziellen Arealen bleiben.
Wer flexibel plant und die Nebensaison nutzt, findet trotzdem schöne Camping-Erlebnisse auf der Insel. Der Schlüssel ist frühzeitige Reservierung und das Wissen, was wo erlaubt ist.